Längst ist es ein gewohntes Bild, dass neben katholischen und evangelischen Kirchen, auch mehr als 2.500 Moscheen die Glaubenslandschaft in Deutschland prägen. Zwei Journalisten haben die „Glaubensrepublik“ bereist und sind der Frage nachgegangen: Wie steht es um den Glauben und die Religion in Deutschland?
Eine eindeutige Antwort, wie es um die Religion und den Glauben in Deutschland steht, konnten und wollten Matthias Drobinski und Claudia Keller nicht finden und das macht ihr Buch „Glaubensrepublik Deutschland. Reisen durch ein religiöses Land“ aus. Offen und ohne Vorurteile lesen sich die Porträts von den Menschen, die sie während ihrer Reise getroffen haben, um sich der Frage zu nähern.
Die Menschen stehen für die verschiedenen Glaubensrichtungen: Die junge Muslimin, der Prediger der Pfingstgemeinde, die Einsiedlerin, der Atheist und der Yoga-Meister. Diese spannenden Geschichten, die geschickt miteinander verknüpft werden, sind ein Lesegenuss und wecken den Wunsch, diese oder jene Person selbst kennenzulernen. Es ist eine überraschende Vielfalt von Glaubensgemeinschaften, die den Lesern in 30 Geschichten eröffnet wird.
Und die beiden Journalisten decken auf für manchen Katholiken Erstaunliches auf: Nicht die jungen katholischen Priester stehen für den Fortschritt, sondern die, die heute kurz vor dem Ruhestand stehen. In ihren Gemeinden können Jugendliche progressive Gottesdienste feiern, die auch mal von der strengen Liturgie abweichen. Dort haben Laien Verantwortung und Mitspracherecht.
Es wird ein Bild der katholischen Kirche vom Aufbruch des Zweiten Vatikanischen Konzils bis zum Mitgliederschwund skizziert, von dem auch ihre evangelischen Nachbarn betroffen sind.
Das Buch „Glaubensrepublik Deutschland“ ist tiefgründig, humorvoll und lehrreich zugleich und lädt dazu ein, über den Tellerrand der eigenen Religion hinauszuschauen. Absolut lesenswert.
Informationen zum Buch:
Matthias Drobinski/Claudia Keller. Glaubensrepublik Deutschland – Reisen durch ein religiöses Land.
Herder Verlag. 16,95 Euro. 24,50 CHF
200 Seiten, erschienen 2011
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