Dunkle Wolken über dem Paradies

Surinam ist reich an Naturschönheiten und gilt als erfolgreiches Modell für multikulturelles und multireligiöses Zusammenleben. Doch die sozialen Probleme werden immer größer. Darauf macht der Weltgebetstag der Frauen am 2. März aufmerksam

Das Plakat des diesjährigen Weltgebetstags zeigt die bedrohte Schönheit Surinams© -

Das kleine südamerikanische Land besitzt eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren: mehr als 1000 Baum- und 750 Vogelarten, riesige Meeresschildkröten und den blauen Frosch, den es nur dort gibt. Kein Wunder, dass die Frauen aus Surinam, die heuer die Liturgie zum Weltgebetstag der Frauen gestalteten, die Schöpfungsgeschichte aus der Genesis ins Zentrum ihrer Texte stellten. Doch die Natur in Surinam ist bedroht: An den Wäldern wird Raubbau betrieben, die Flüsse sind durch die legalen und illegalen Goldminen mit Quecksilber vergiftet. Und auch der soziale Friede in der ehemaligen niederländischen Kolonie, die wegen ihrer ethnischen Viefalt bekannt war, gerät ins Wanken.

Vor allem Mädchen und junge Frauen sind in Gefahr: Immer öfter kommt es bei ihnen zu Teenager-Schwangerschaften und in der Folge zum Abbruch der Schule. Aus Mangel an Alternativen versuchen die jungen Mütter, sich und ihre meist vaterlosen Kinder mit Prostitution und Drogenhandel über Wasser zu halten. Mit der Kollekte bei den Gottesdiensten zum Weltgebetstag werden Frauenprojekte in aller Welt finanziert. Unter anderem auch ein Projekt der Herrnhuter Gemeinde in Surinam, dessen Ziel es vor allem ist, in sozial unterprivilegierten Stadtvierteln die Jugendarbeit zu verstärken und eine Anlaufstelle für Mädchen und Frauen anzubieten. So soll ein „sorgendes Umfeld“ entstehen, in dem sich Jugendliche besser entwickeln können.

Doch auch in Österreich sind Frauen von Zwangsprostitution, sexueller Gewalt und Ausbeutung betroffen. Frauen, die sich aus dieser Zwangslage befreien wollen, können Aufnahme (auch mit ihren Kindern) in einer Schutzwohnung des Vereins SOLWODI Österreich finden. Eine derartige Einrichtung in Innsbruck soll mit Hilfe der Weltgebetstags-Spenden unterstützt werden.

Der Weltgebetstag der Frauen wird jedes Jahr am ersten Freitag im März in 170 Ländern gefeiert. In Österreich finden rund 370 ökumenische Gottesdienste statt, die von Frauen aus verschiedenen christlichen Kirchen vorbereitet werden.

Ursula Mauritz

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