Steyler Welt

Mühsame Anfänge in Liberia

Seit November 2015 arbeiten 4 Steyler Missionare in Liberia. Sie kämpfen mit schlechten Straßen und fehlendem Strom, viele Katholiken haben seit Jahren keinen Priester mehr gesehen. Pater Josef Mazur aus Polen erzählt von seinen Hoffnungen und Sorgen

Unbefestigte Straßen können Reisen erheblich beschweren© Joseph Mazur
Unbefestigte Straßen können Reisen erheblich beschweren

Alles begann 2014, als das Generalat der Steyler in Rom uns Missionaren in Ghana ankündigte, dass die Gesellschaft des Göttlichen Wortes eine neue Mission in Liberia beginnen wollte. Zu der Zeit war ich 57 Jahre alt und hatte schon 28 Jahre Erfahrung in der Erstevangelisierung gesammelt. Als „verrückter alter Mann“ hatte ich die Idee, dass ich mit nach Liberia gehen könnte. Nicht weil ich frustriert, enttäuscht oder einfach ehrgeizig wäre: Es war Jesus, der beste Menschenfischer der Welt, der mich lockte!
Wir kamen am Flughafen von Monrovia am 9. November 2015 an. Wir, das waren: P. Joseph Addai, 57, aus Ghana, P. Yao Louise Awudja, 40 aus Togo und P. Jean Bertrand, 30 aus und ich selbst, geboren vor 60 Jahren in Polen.

Am Flughafen begrüßte uns der Bischof von Cape Palmas, Andrew J. Karnley. Da bekam ich meinen ersten Schock: Der Bischof, der ziemlich jung ist, sah mein graues Haar, griff nach meinem großen Koffer und brachte ihn zum Auto. „Oh,“ dachte ich, „was für eine bischöfliche Solidarität kann ich in einer Diözese erwarten, deren Bischof mein Gepäck trägt?“
Wir blieben einige Tage in der Hauptstadt Monrovia, und am Freitag um 5 Uhr morgens brachen wir auf nach Zwedru, unserer Missionsstation, zusammen mit dem Bischof. Als wir die Hauptstadt Monrovia verließen, schaute ich auf das Navi: Wir hatten 487 Kilometern vor uns und sollten acht Stunden später ankommen.

Die ersten 220 Kilometer war die Straße exzellent. Um 10.30 Uhr wartete eine neue Straße und eine neue Geschichte. Die befestigte Piste gab es nicht mehr. Für eine Entfernung von 62 Kilometer brauchten wir vier Stunden. Ich kannte schlechte Straßen von Ghana, aber diese Straße war unvorstellbar. 20 Kilometer später blieben wir für vier Stunden einfach stecken. Mithilfe von vielen Menschen überwanden wir schließlich ein Riesenloch von 100 Quadratmetern Größe. Es wurde schon dunkel, als wir wieder festen Boden unter den Rädern hatten. Wir waren glücklich, als der Bischof sagte, dass wir in Zwedru um Mitternacht eintreffen werden. Aber unsere Freude dauerte nicht lange: 102 Kilometer vor Zwedru verwandelte sich die Straße in eine unbeschreibliche Masse von Schlamm, Matsch und Wasser, in der schon 50 schwere LKW halb begraben steckten. Wir mussten die Idee aufgeben, Zwedru noch zu erreichen und schliefen im Wald. Am nächsten Morgen wanderten wir 15 Minuten durch die Matsche, bis uns zwei Jeeps mit Vierradantrieb abholten. Um 13.20 Uhr am Samstag, 32 Stunden später, waren wir endlich da. 

Ein paar Worte über unsere Gemeinde Christ-König: Die katholische Kirche kam 1957 nach Zwedru. Zwei Missionaren begannen, die Kirche und eine Schule aufzubauen. 1960 war die Kirche fertig und Zwedru wurde eine Pfarrei. Von 1957 bis 1994 (dem Beginn des Bürgerkrieges) arbeiteten 12 Pfarrer in der Pfarrei, nach dem Krieg, von 2000 bis 2015, wieder 12. Pfarrer Joe Nyanti, der uns die Pfarrei übergab, blieb am längsten: Er arbeitete hier sieben Jahre lang. Seit November 2015 sind die Steyler Missionare verantwortlich für die katholische Kirche Christ-König in Zwedru, die Grundschule, die weiterführenden Schulen und das Flüchtlingscamp in Grand Gedeh-County. 

Wir begannen unseren Dienst in einem Hochamt mit einem Chor, der Gospel-Lieder sang, mit Reden und Willkommensgrüßen. Nach vier Stunden war die Messe vorbei. Es war schön und sehr ermutigend. Danach setzten wir uns zusammen und aßen typisch liberianisches Essen: Reis mit Cassava-Blättern serviert auf Schweinefüßen. Nach all den Monaten, die ich schon in Liberia bin, kann ich bestätigen: Es ist typisch liberianisches Essen, weil wir es jeden Tag essen!

Die alte Missionsstation, die von einem schlesischen Priester gebaut wurde, wurde von den Rebellen während des Bürgerkrieges niedergebrannt. Aber wir müssen nicht im Schatten der Bäume schlafen wie in den alten Zeiten! Die Diözese hat uns ein Haus angeboten, das den Schwestern von Notre Dame gehört. Sieben Räume, drei Badezimmer, ein Gemeinschaftsraum, Küche und einem Gebetsraum. Die Räume sind sehr klein, aber wir haben uns gut eingerichtet. Weil Zwedru nicht an das Stromnetz angeschlossen ist, haben wir in der ersten Zeit einen kleinen Generator benutzt. Seit einigen Monaten haben wir jetzt einen großen Generator, der uns gute Dienste leistet. Damit konnte ich dann auch eine elektrische Wasserpumpe installieren, sodass wir jetzt auch fließendes Wasser im Haus haben. Leider müssen wir das Haus 2019 verlassen, weil die Schwestern zurückkommen möchten. Ich habe die Pläne für eine neue Missionsstation gezeichnet. Die Diözese gab 15000 Dollar, und die Leute spendeten 1000 Dollar. Der lokale Bauunternehmer hat unter meiner Aufsicht schon angefangen. Die Fundamente liegen, aber im Moment haben wir kein Geld. Wir hoffen, dass wir mit der Hilfe von Spendern das Projekt fertig stellen können.

Was tun wir als Missionare in Zedru?
Die Mission in Liberia ist kein einfacher Ort. Die Leute haben einen tiefen Glauben und bezeichnen sich als Christen. Aber: Das Christentum wurde hier durch Missionare aus den Pfingstkirchen verbreitet. Dann kam die katholische Kirche. Und jetzt sagen ihnen vier Fremde, dass das, was sie kennen, mit Christentum nichts zu tun hat. Versetzen Sie sich mal in ihre Lage: Ein Ghanaer kommt in deine Gemeinde, in der du vor 40 Jahren getauft wurdest, und sagt dir, dass die Art wie du lebst und handelst, nicht dem Christentum entsprechen. Wie würdest du reagieren? 

Die Kokombas in Ghana haben ein Sprichwort: „Die Henne trinkt Wasser Tropfen für Tropfen.“ Der Glaube und das Christentum der Menschen hier könnte verglichen werden mit dem Wasser, das die Henne trinkt. Sie dürsten nach Gott, also trinken sie das Wasser, das sie haben. Aber das Wasser ist nicht sauber, also werden sie krank, wenn sie es nehmen. Die Jungen versuchen, sich von diesem Wasser fern zu halten und verlieren sich in ein Leben ohne Sinn und Zukunft, ein Leben ohne Gott. Ich verstehe unsere Mission so, dass wir das Wasser reinigen müssen. Aber das braucht Zeit. Das Wasser muss durch viele Filter laufen. 

Wie sieht das in der Praxis aus?
Wir bieten Katechismus-Klassen, Bibelstudien, Übungen für Messdiener, und natürlich die Morgenmesse mit einer Besinnung über das Wort Gottes für jeden Tag. Wir bringen auch die spezifischen Dimensionen der Gesellschaft des Göttlichen Wortes ein: Bibel-Teilen in der Messe, Katechismus-Unterricht für die Taufbewerber und Erstkommunikanten, Aufbau von Bibel-Lesegruppen, Ausbildung von Katechisten und Leiter von Gebetsgruppen. Wir bilden die Laien aus, indem wir sie zu dreitägigen Exerzitien einladen und zu Workshops über die Organisation von kirchlichen Strukturen. Wir versuchen auch, die Grundsätze von Gerechtigkeit und Frieden unter den Gemeindemitgliedern zu verbreiten, besonders bei den Flüchtlingen, die nach der Gewalt in der Elfenbeinküste zu uns geflohen sind. 

Wir haben uns die Verantwortlichkeiten so aufgeteilt: Ich und Pater Jean-Bertrand, der jüngste von uns, machen die Pfarreiarbeit, Pater Joseph Addai übernimmt das Schulapostolat. Pater Yao Awoudja sorgt für die Flüchtlinge. Als Pfarrer hole ich die Leute auch für Exerzitien, Workshops und Seminare zusammen. Im Advent hat das nicht gut geklappt, aber die Drei-Tage-Exerzitien vor Ostern waren ein kleiner Erfolg: Ungefähr 30 Leute haben teilgenommen. Im Juli haben wir ein eintägiges Seminar für christliche Mütter organisiert. Die einzige Jugendorganisation in der ganzen Pfarrei ist der Chor. Pater Jean-Bertrand ist jedes Mal dabei, wenn sie üben. Er hat für sie auch schon einen zweitägigen Workshop organisiert und versucht, die katholischen Studenten in Zwedru in einer Studentenverbindung zusammen zu schließen. Ich als „Mann der Bibel“ leite zwei Gruppen, die die Bibel lesen wollen. Die treffen sich einmal wöchentlich in der Kirche, meistens sind mittelalte Männer und Frauen dabei, keine Jugendlichen. Pater Jean hat versucht, die Messdiener zu organisieren. Sie kommen und üben, aber leider nicht sehr regelmäßig. Überhaupt sehe ich, dass die Jugendlichen sich nicht gern in die Pflicht nehmen lassen und regelmäßig kommen wollen.

Für Pater Joseph Mazur (2. v. li.) und seine afrikanischen Mitbrüder ist die neue Mission in Liberia eine Herausforderung© Joseph Mazur
Für Pater Joseph Mazur (2. v. li.) und seine afrikanischen Mitbrüder ist die neue Mission in Liberia eine Herausforderung

Unsere Außenstationen

1. Außenstation: Zleth Town „Unsere liebe Frau von den Engeln“
Die Entfernung von Zwedru nach Zleth Town beträgt 68 Kilometer. Die Straße ist sehr schlecht und in der Regenzeit nach einem Regen für zwei Tage unpassierbar. 1974 kaufte ein Missionar zehn Hektar Land und baute eine Kirche, ein Missionshaus und eine Schule. 1994, als der Bürgerkrieg begann, wurde die Mission verlassen. Zleth Town gehörte vor dem Krieg zu den Hauptzentren der Landwirtschaft und deshalb eines der Hauptziele der Rebellen. Während des Krieges wurde das Missionshaus niedergebrannt und die Kirche und die Schule verwüstet. 2007 wurden Kirche und Schule wieder aufgebaut. 

Meine erste Erinnerung an Zleth Town steht in meinem Tagebuch: „Ich kam am ersten Advent zum ersten Mal nach Zleth Town. Die ganze Gemeinde bestand aus sechs alten Frauen, vier alten Männern, dem Katechisten, seiner Frau und einigen seiner Kinder. Sie erzählten mir, dass sie die Eucharistie vor zwei oder mehr Jahren zuletzt gefeiert hätten. Während der Messe hatte ich den Eindruck, dass die Leute überhaupt nicht wussten, worum es ging. Sie konnten dem Wortgottesdienst folgen, aber bei der Eucharistiefeier wussten sie nicht, was das sollte. Erst bei dem Gebetsruf „Seht das Lamm Gottes“ waren sie wieder im Geschehen. Und manche standen auf und empfingen die heilige Kommunion. Jetzt komme ich zwei Mal die Woche und gebe Katechismus-Unterricht am Mittwoch. Sonntags komme ich zur Messfeier. Im Moment besteht die Gemeinde aus ungefähr 25 bis 27 Leuten, meist alt. Es gibt keine Kinder. Die Gemeinde trifft sich täglich für die Morgengebete. Sonntags vor der Messe beten sie den Rosenkranz. Bei der Sonntagskollekte kommen etwa 1,20 Dollar zusammen.“

2. Außenstation: Pouth Town
Pouth Town liegt an der Straße nach Zleth Town. Es hat eine kleine Kapelle, die dem heiligen Paul geweiht ist. Aus meinem Tagebuch: „Ich besuchte Pouth Town am zweiten Advent zum ersten Mal. Ich traf eine Gemeinde von zehn Leuten. Sie kannte das Vaterunser, die Gebete im ersten Teil der Messe und das Glaubensbekenntnis. Sie konnten mir nicht sagen, wann zuletzt ein Priester für die Messe bei ihnen gewesen war. Ich besuche sie jetzt zweimal in der Woche, wenn ich nach Zleth-Town fahre. Auch wenn die Gemeinde viel ärmer wirkt, sind sie lebendiger. Mit meinen Besuchen begann die Gemeinde zu wachsen. Am Anfang waren es die alten Leute, die kamen. Sie sagten: Unsere (nichtkatholischen) Kirchen sind zu weit weg, also beten wir in der katholischen Kirche.“ Immer mehr Kinder tauchten in der kleinen Kapelle auf. Ihre Neugier trieb sie her. Hier konnten sie den ersten weißen Mann anfassen, den sie je gesehen hatten. Aber wer kennt die Wege, mit denen Gott die Menschen an sich zieht? Als die kleinen Kinder kamen, folgten ihnen ihre Mütter, um zu sehen, wo sie sich rumtrieben. Jetzt kommen einige Erwachsene, meistens Frauen zu unseren Gottesdiensten mittwochs und sonntags. Die Kirchenkollekte liegt bei etwa 1,60 Dollar. Sie haben Spendensammelaktionen gestartet und 176 US-Dollar gesammelt für eine neue Kapelle, die sie Ende des Jahres bauen wollen.
Hier in Pouth Town finde ich das, was ich seit meiner Ankunft in Liberia vermisse: die Atmosphäre eines dörflichen Lebens voller Frieden und natürlicher Ordnung.“

3. Außenstation: Polar
Polar ist eine kleine Stadt mit 1500 Leuten, 95 Kilometer nordwestlich von Zwedru. Es gibt keine katholische Kirche, aber eine Kirche der Assembly of God und der United African Christian Church.
Bericht aus meinem Tagebuch vom ersten Besuch: „Der Katechet von Zleth Town brachte uns ins Rathaus, wo wir eine Gruppe von Erwachsenen trafen. Einige der Männer, die dort versammelt waren, erklärten, dass sie katholisch seien, aber nie getauft wurden. Es gab keine einzige Frau und kein Kind bei diesem ersten Treffen. Ich hielt eine Ansprache über die Wege, wie Gott zu uns spricht. Wir beendeten das Treffen mit einem Gebet und ich segnete sie. 

Zum Fest Christi Himmelfahrt kam ich wieder nach Polar und improvisierte mit den Leuten einen Gottesdienst. Improvisiert, weil keiner von ihnen (40 bis 50 Männer und Frauen, einige Jugendliche und Kinder= auch nur ein Kreuzzeichen machen konnte. Ich glaube, das einzige, was sie wussten war, dass sie Christen sind (jedenfalls behaupteten sie es) oder Christen werden wollten. Einige von ihnen versuchten, ein paar Gospelsongs zu singen. Wir sprachen ein Gebet, und dann stellten sie mir Fragen über den Glauben. Danach hielten wir Wahlen ab: Zwei Männer wurden als Gebetsleiter gewählt, ein dritter war für die Kollekte zuständig. Pater Jean und ich besuchten Polar einmal in der Woche bis Ende Juni, dann wurde die Straße unpassierbar. Die Gemeinde trifft sich immer noch im Rathaus, aber sie sprechen von einer Kapelle. Einige von ihnen zeigen eine große Begeisterung, auch die zwei Männer, die als Gebetsleiter gewählt wurden.“

4. Außenstation: Zai Town
Aus meinem Tagebuch: „Kurz nach Ostern kam die Frau des Katechisten aus Pouth Town und fragte, ob ich ihren Bruder in Zai Town besuchen könnte. Der würde sie immer bitten, den katholischen Priester zu holen, um eine Kirche für sie zu eröffnen. Also kam ich am Pfingstsonntag, um mit ihnen zu beten. Zai Town ist stark von der Assembly of God beeinflusst. Diesen Evangelikalen gilt ein Katholik als Trinker und Frauenverführer, als jemand, der die Bibel und Gottes Gesetz ablehnt und es durch die Lehren „ihres Papstes und anderer Diener des Antichrists“ ersetzt. Mr. Washington Garnley, der Leiter der Gemeinde, ist ein Ex-Colonel der liberianischen Armee. Er ist ein Enthusiast, und es ist faszinierend, ihm zuzuhören, wie man neue Mitglieder rekrutieren könnte. Das ist der einzige Ort, wo ich Jugendliche in der Kirche traf. Es sind meistens Kinder von neun bis 15 Jahren, gespannt darauf, etwas Neues zu lernen. Sie stellen Fragen über das, was sie über Katholiken gehört haben: „Warum trinken wir Katholiken Alkohol, obwohl doch der Alkohol Schuld war, dass sich der heilige Noah nackt vor seinen Kindern zeigte?“ Die Leute von Zai Town sind anders als die von Polar, aber ernsthaft und liebenswert. Sie treffen sich im Haus von ihrem Colonel, der sie sonntags „für Christus rekrutiert“ und versucht, ihnen etwas beizubringen. Er zeigt ihnen das Kreuzzeichen und erzählt einige Wunder Jesu, die der Colonel fast vergessen hat, nachdem er sie vor 50 Jahren in einer Gruppe von Taufbewerbern gelernt hatte. Er selber wurde übrigens nie getauft. Wenn ich bei ihnen bin und den Geschichten von Colonel Washington zuhöre, denke ich manchmal: Ich bin 60 Jahre alt. Werde ich es schaffen, ihre „Rekrutierung“ zu vollenden und sie zu taufen? Oder werden sie wieder 40 bis 50 Jahre ungetauft bleiben, wie ihr Anführer?
Wir besuchen sie jede Woche für den Katechismus-Unterricht, und sonntags kommen freiwillige Katechisten und beten mit ihnen. Seit unserem ersten Besuch wächst die Gemeinde. Es kommen auch Jugendliche und einige Männer hinzu. Sie treffen sich im Schatten neben der Grundschule.“

Katechisten und Gebetsleiter
Es gibt vier Katechisten in der Pfarrei. Sie werden mit monatlich 50 Dollar von der Diözese bezahlt. Es ist bitter, das zu sagen, aber ihr religiöses Wissen ist weit unter dem minimalen Standard eines Katechisten in Ghana. Die Katechisten hier haben keine Ahnung vom Katechismus, von Liturgie und den Sakramenten, von der Bibel oder von der Eucharistie. Sie kennen das Kreuzzeichen und das Vaterunser und einige biblische Geschichten. Um ihr Wissen zu vergrößern, haben wir ein durchlaufendes Programm für sie entwickelt. Einmal im Monat treffen sich die Katechisten und Gebetsleiter für einen Workshop in Zleth Town. Das Programm enthält: Bibelstudien, damit sie den Sonntagslesungen folgen können, Informationen über das Kirchenjahr, die Eucharistie, die Anbetungen, wie man einen Sonntagsgottesdienst ohne Priester feiert, Infos über den Katechismus und die Basisgebete und Texte der Sonntagliturgie in ihrer Sprache.

Als Pfarrer der Pfarrei Christ-König erlebe ich, dass Liberia komplett anders ist als alles, was wir in unseren bisherigen Missionen erfahren haben (Ghana, Togo, Madagaskar, Europa). Liberia ist ein schwieriges Missionsland, das sich langsam öffnet für eine strahlende Zukunft.

Übersetzung: Christina Brunner

Februar 2017

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Die Stadt Zwedru ist die Hauptstadt und Verwaltungszentrum des Grand Gedeh County im Osten Liberias, sie hat rund 24000 Einwohner.