Interview

"Ich glaube an ein Leben nach dem Tod"

Dass er Koch aus Leidenschaft ist, wissen wir. Aber auch überzeugter Christ. In unserem Interview verrät Johann Lafer, dass er die Bibel auch als Kochbuch nutzt

Johann Lafer© Bora/Lukas Jahn

Von Ihrer Mutter wurden Sie ans Kochen herangeführt. Wofür sind Sie Ihren Eltern außerdem dankbar?
Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Meine Eltern haben mir die Wertschätzung von Lebensmitteln nahegebracht. Mich nicht von unnützen Dingen beeinflussen zu lassen, sondern nach den wahren Idealen zu leben.

Die da wären?
Glaube, Nächstenliebe, Freundschaft, Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft und gutes Essen.

Was bedeutet es Ihnen zu glauben?
Wenn es keine Hoffnung und keinen Glauben gäbe, würden wir Menschen nach jeder negativen Situation resignieren. Es sind die entscheidendsten Motivationen, um weiterzuleben.

Beten Sie?
Beten ist für mich elementar wichtig. Es gibt viele Momente, in denen ich Zwiesprache halte.

Auch in der Kirche?
Gotteshäuser sind für mich Orte absoluter Besinnlichkeit. Hier finde ich die nötige Ruhe, um Vergangenes zu reflektieren, über aktuelle Probleme nachzudenken und zu beten. Gerne zünde ich auch für mir liebgewordene Menschen eine Kerze an. Auf den Friedhof gehe ich regelmäßig, da ich fest davon überzeugt bin, dass uns die Hoffnung und der Glaube verbinden.

Was kommt nach dem Tod?
Ich glaube an ein ewiges Leben bei Gott, dass wir einander wiedertreffen und wiedererkennen werden.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
„An den Taten sollt ihr sie erkennen“ (1 Joh 2,1–6). Reden kann man viel, aber wirklich etwas tun, das ist für mich viel entscheidender.

Haben Sie auch eine Lieblings­geschichte aus der Bibel?
In meiner Kindheit war ich acht Jahre lang Ministrant. In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit der Bibel beschäftigt. Meine Lieblingsgeschichte ist die Speisung der 5000 (Joh 6,1–15).

Kräuter finden häufig Erwähnung in der Bibel.
Ich bin, wie Hildegard von Bingen, ein absoluter Kräuterfan. Wenn wir gesünder leben wollen, sind Kräuter enorm wichtig. Sie können aufgrund ihrer Eigenwürze Salz zum größten Teil ersetzen.

Sie sind ein Perfektionist. In welchen Situationen stehen Sie sich selbst im Weg?
Wenn mir etwas nicht gelungen ist, kann ich dies schwer verarbeiten und abends entsprechend schlecht einschlafen. Noch ein Motto von mir, das ich mir im Laufe der Jahre zugelegt habe: „Wer was macht, kann es auch gleich gut machen.“

Wann haben Sie denn schon mal etwas richtig schlecht gemacht?
Vor Jahren habe ich in Trier ein klassisches Konzert moderiert. Wirklich Ahnung hatte ich allerdings nicht. Ich habe mich kaputt geschämt. Das war für mich der Auslöser, nur noch die Dinge zu machen, von denen ich wirklich etwas verstehe.

Melanie Fox

März 2018

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Leser-Kommentare

  • Teresia Windhager
    01.03.2018 07:40 Uhr

    Danke an Herrn Lafer für das öffentliche Bekenntnis, vielleicht werden dadurch auch andere ermutigt es ihm gleich zu tun.

  • Josef Windhager
    01.03.2018 07:37 Uhr

    Ich finde es toll, dass sich so eine bekannte Persönlichkeit offen zum Gauben bekennt.
    Vielleicht werden andere auch dazu ermutigt.
    Danke

  • Hanni Schulze-Thulin
    28.02.2018 16:53 Uhr

    Ein sympathischer Bursche. Gibt mir viele positive Anstöße für mein Leben. Hätte ich nicht erwartet.

  • Schläfli Silvia
    28.02.2018 13:27 Uhr

    Ich finde das super, dass Sie so einen Menschen porträtieren. Leider hört man von zu vielen "öffentlichen" Menschen, dass sie aus der Kirche ausgetreten sind und nichts mehr von der Religion wissen wollen. Es wäre schön, wenn man viel mehr solche Menschen vorstellen würde, das gäbe vielleicht wieder mehr Mut zum Glauben.
    Vielen Dank für Ihre Arbeit.
    lg Silvia Schläfli

 
 

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Zur Person

Der österreichische Sternekoch, 60, ist bekannt durch zahlreiche Sachbücher und TV-Sendungen wie „Lafer, Lichter, Lecker“ oder „Kerners Köche“. Er setzt sich für gesunde Schulernährung ein und engagiert sich für die „ZNS Hannelore Kohl Stiftung“. Mit seiner Frau Silvia betreibt er die Stromburg, ein Restaurant bei Bingen.

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