Vorbild für die Kinder

06.11.2017, Rumänien

 

Schwester Lioba grüßt wieder herzlich aus Rumänien. In ihrem Rundbrief erzählt sie von der Produktion der Lavendel-Säckchen und mit welchem Eifer die Kinder in ihrer Schulklasse sich ein Vorbild an den Schwestern nehmen.

Schwester Lioba Brand SSpS lebt schon seit vielen Jahren in Rumänien und unterstützt verschiedene Projekte in Roman© SSpS
Schwester Lioba Brand SSpS lebt schon seit vielen Jahren in Rumänien und unterstützt verschiedene Projekte in Roman

Der Herbst hat die Mitte erreicht, hier in Roman kann man das auch immer gut riechen, weil die Zuckerfabrik jetzt mit Volldampf die Zuckerrüben verarbeitet. Da sind die Trocknungsgebläse und der Geruch davon im ganzen Stadtteil zu riechen. Den Garten habe ich soweit abgeräumt, damit wir den Platz für die neue Bestimmung übergeben können. Der orthodoxe Pfarrer hat die Stiftung „Hoffnung und Liebe“, wo für arme Kinder nach der Schule ein Mittagessen ausgegeben wird und bei den Hausaufgaben geholfen wird. Er möchte schon die Weihnachtsfeier bei uns machen und ist jetzt dabei, das ehemalige Internat dafür vorzubereiten. Wenn seine bisherige Bleibe renoviert ist, möchte er seine Aktivitäten ausweiten und eine Kindergrippe beginnen. Wir Schwestern sind herzlich eingeladen bei seinen Aktivitäten mitzuarbeiten. Der Priester Mihai Popovici ist schon lange mit den Schwestern bekannt und freundlich verbunden und auch ein großer Freund der Armen. Soviel ich weiß, ist er der einzige orthodoxe Priester in der Stadt, der sich wirklich aktiv für die Armen einsetzt.

Die Kinder fühlen sich im Olympia-Dorf wohl© SSpS

In der Schule haben wir den ersten Teil vom Semester erreicht. Hier in Roman ist auch Herbstmarkt, da kommen die Händler vom ganzen Land und man kann schöne Kleider und kulinarische Spezialitäten kaufen. Bei den Kindern können wir schon schöne Früchte unserer Arbeit erkennen. Zum Schuljahresbeginn hat jedes Kind ein Mäppchen mit Schreibzeug bekommen. Von Wohltätern haben wir sehr gute und schöne Buntstifte und auch Bleistifte bekommen. Dazu Spitzer, Radiergummi und ein Lineal. In jedem Mäppchen waren 24 Buntstifte. Diese sind nicht nur zum Malen gut, sondern auch zum Zählen üben. Außerdem lernen die Kinder jetzt auch mehr und mehr Disziplin, und es gefällt ihnen. Sie legen die Stifte auf den Tisch in Reih und Glied und richten sie mit dem Lineal gerade aus. Das haben sie selbst begonnen. Ich habe ihnen auch gezeigt, dass sie die Stifte vor sich legen und nicht am unteren Rand des Tisches, wo sie gleich mit dem Ellbogen auf den Boden fallen werden. Im Speisesaal sitzt unsere Klasse jetzt zusammen an aneinandergereihten Tischen, an einem Ende sitzt Cornelia und am anderen Ende sitze ich. Die Kinder räumen die Teller sehr schön zusammen, die restlichen Speisen auf einen Teller, das Besteck alles in eine Richtung sehr ordentlich, und sie haben Freude daran. Cornelia und ich werden sehr gut beobachtet, wie wir die Sachen machen, und die Kinder ahmen es eifrig nach.

Wie ich in früheren Briefen schon erwähnt habe, bin ich ja an verschiedenen Stellen beschäftigt beziehungsweise miteingebunden. Das eine ist das Reha-Programm vom ACAR Zentrum hier in Roman, da mache ich mit den Patienten einmal pro Woche etwas Kreatives, vorausgesetzt dass sich Betroffene zu so einem Kurs entschließen können. Den größten Erfolg haben wir mit der selbstgemachten Heilkräuter-Salbe.

Aus dem frischen Lavendel stellt Schwester Lioba kleine Säckchen her© SSpS
Aus dem frischen Lavendel stellt Schwester Lioba kleine Säckchen her

Dann bin ich auch noch mit den Lavendel-Säckchen beschäftigt, wenn eine Bestellung eingeht. Green Time, das ist eine Gärtnerei, wo Zierpflanzen gezogen werden, und seit 2015 auch fast einen Hektar Lavendel. Der Lavendel gedeiht hier in diesem Klima sehr gut. Der Boden ist sehr lehmhaltig und die Pflanzen brauchen nicht gegossen werden. Wenn es gut regnet, saugt sich der Boden mit Wasser voll, dann braucht man nur noch durchzuhacken und der Untergrund bleibt sehr lange feucht. In dieser Gärtnerei werden seit 2015 auch acht Leute aus dem Olympia-Dorf angestellt, und es wird das Öl aus dem Lavendel selbst destilliert. Der Lavendel wird biologisch angebaut, die Gärtnerei hat aber keine Bio-Zertifizierung.

Das Vorbereiten unseres neuen Raumes im Olympia-Dorf braucht viel Geduld und Durchhaltevermögen. In der Zeit als ich in Deutschland war, ist das Fenster eingeschlagen worden, es konnte noch so gut wie nichts gestohlen werden, weil noch fast nichts im Raum war, einfach nur zerstören. Ich vermute, dass es Kinder waren, so im Alter von zwölf Jahren. Inzwischen haben wir ein Gitter vor dem Fenster und ein neues Fenster. Diese Woche möchte ich noch weitermachen und den Holz-Herd hinbringen und den Bodenbelag. Die Mädchen von Taizé haben die Wände schön bemalt. Ich habe inzwischen wundertätige Medaillen an Fenster und Türe angebracht und dem lieben Gott den Raum empfohlen.

Euch allen von Herzen alles Gute und eine gesegnete Zeit. 

Eure Schwester Lioba Brand SSpS

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