Vielen Kindern geholfen

23.12.2017, Indonesien

 

Schwester Hugoline lebt und arbeitet seit 50 Jahren in Indonesien und betreut kleine Krebspatienten und Leprakranke. In ihrem Weihnachtsbrief blickt sie auf ihr Jahr zurück

Schwester Hugoline SSpS© Heinz Held SVD

Das Jahr neigt sich wieder seinem Ende zu. Und wie im jedem Jahr auch, ist auch in diesen Tagen wieder die Erinnerung an die im Kind von Betlehem menschgewordene Liebe Gottes Anlass für uns, in aller Demut und Dankbarkeit alles, was das vergangene Jahr gebracht hat, als Geschenk seiner Güte und Weisheit zu erkennen. Ich wünsche Euch allen von Herzen die Kraft zum Glauben an die Liebe Gottes, die uns auch dann umgibt, wenn wie seine liebende Vaterhand einmal nicht fühlen. In dieser Haltung sind wir dann auch bereit, wiederum das neue Jahr aus Gottes Hand anzunehmen – mit allem, was es uns bringen mag.

Das vergangene Jahr war wieder ein Jahr, in dem sich die Brücke zwischen der Heimat und Indonesien als Zeichen missionarischer Verantwortung bewährt hat. Ich danke Euch allen herzlichst, dass Ihr mit Euren Spenden auch Euer Herz den Brüdern und Schwestern hier in Indonesien geschenkt habt. Einen besonderen Dank möchte ich jenen aussprechen, die uns auch in ihren Gebeten nicht vergessen haben.
Viele von Euch können sich sicherlich nur schwer vorstellen, wie wir hier in Indonesien bei bis zu 40 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit Weihnachten feiern. Und doch ist es dem Fest selber völlig gleichgültig, ob es regnet oder schneit, oder ob eine strahlende Sonne tropische Hitze verbreitet. Wir feiern an Weihnachten die Geburt Jesu, der uns Heil und Erlösung brachte. Unsere Traditionen gestalten dieses Fest.

Rückblickend was dieses Jahr doch ganz anders als sonst. Wir haben eine sehr lange Trockenzeit, und jetzt eine Hitzewelle, die alle Vegetation verdorren lässt. Mit Reis, Mais und Fisch können wir so manchen Armen helfen, die Hungerzeit zu überstehen. Aber jetzt kommt hinzu, dass viele Flüsse austrocknen, und die Menschen in vielen Gebieten kein Wasser haben. Die Wassernot nimmt immer mehr zu, und auch wir spüren es hier in unserem Krankenhaus mit 300 Betten. Obwohl wir einen eigenen Brunnen haben, fehlt das Wasser an allen Ecken und Enden. 

Ich danke besonders für die Hilfe, mit der ich kranken Kindern helfen konnte. Einige Kinder bekamen neue Herzklappen, bei anderen wurden große Tumore entfernt. Viele Kinder werden einfach von den Eltern verstoßen, wenn sie einen Tumor haben. Viele glauben, der Tumor käme vom Teufel. Andere Kinder, die an Kinderlähmung erkrankt waren, können nach vielen Jahren Behandlung wieder laufen. Täglich kommen neue Kinder aus verschiedenen Orten Indonesiens, aus Irian, Kalimantan, von kleinen Inseln wie Biliton, von Bima, Flores und Osttimor. Es ist eine große Freude zu sehen und zu wissen, wie die Ärzte hier versuchen, diesen Kindern zu helfen. 

Zweimal pro Monat fahre ich mit einem Priester und einigen Mitschwestern in das Lepradorf „Sumber Glagah“. Dieses Dorf liegt etwa 56 Kilometer von Surabaya. Inzwischen leben dort 186 Leprafamilien. Der Priester spendet die Sakramente, feiert die Heilige Messe und macht Hausbesuche. Wir verteilen Medikamente, Kleidungen, Lebensmittel. In diesem Jahr wurden drei Erwachsene und zwei Kinder getauft. Wenn wir mit dem Auto kommen, laufen alle zusammen und kommen zur Josefskapelle, egal welcher Religion sie angehören. Sie sind alle Kinder Gottes. Besonders dankbar bin ich für die Patenschaften, und ich bitte um Entschuldigung, dass ich so selten Kontakt mit den Pateneltern aufnehme. Ich schaffe es einfach nicht, mir fehlt die Zeit, und oft auch die Kraft dafür. Bitte vergesst nicht: Ich bin keine 70 mehr….

Liebe Missionsfreunde, für viele von Euch ist keine Überraschung, dass ich im Sommer für einige Wochen zur Erholung in Steyl war. Es war einfach wunderbar. Nochmals im Mutterhaus in Ruhe verweilen zu dürfen war großartig. Und zu meiner großen Freude kamen viele Nichten und Neffen mich in Steyl besuchen. Meine Lieben, nun muss ich Schluss machen. Ich wünsche Euch ein gesegnetes, gesundes Jahr 2018. 

Über Meere im Gebet vereint, mit schwesterlichen Grüßen aus dem fernen Indonesien, Eure stets dankbare und für Euch betende
Sr. Hugoline Deselaers, SSpS

"Schwester Hugoline hilft", lesen Siehier kostenlos unseren Magazinartikel aus der Januarausgabe 

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