Gebete wurden erhört

30.09.2017, Rumänien

 

Der Herbst ist auch in Rumänien angekommen. Schwester Lioba Brand SSpS berichtet von üppiger Ernte und einer schlimmen Masern-Epidemie. Außerdem freut sie sich, dass ihre Gebete erhört worden sind.

Die Mädchen aus Taize spielen und beten mit den Kindern© SSpS
Die Mädchen aus Taize spielen und beten mit den Kindern

Auf dem Markt sind die Tische voll bestückt mit den Herbstfrüchten. Jetzt wird der leckere Gemüseaufstrich Zacusca aus Auberginen, Möhren, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Sonnenblumenöl und Gewürzen hergestellt. Jeder Haushalt hat da seine eigenen Rezepte. Oft kommen auch noch Petersilie oder junger Dill dazu. Außerdem Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer und oft auch Chili, was hier auch sehr gerne gegessen wird. Jetzt kann man hier auch sehr gut riechen, dass der Herbst mit der Zuckerrüben-Ernte gekommen ist, denn die Luft ist voll von dem Geruch der Zuckerfabrik, wo die Rüben getrocknet oder verarbeitet werden.

Zurzeit sind vier Mädchen aus Taizé bei uns, umso eine kleine zeitliche Gemeinschaft hier zu leben. Sie haben viele interessante Spiele für die Kinder und beten und singen auch mit den Kindern, das kommt gut an. Bei uns im Haus haben wir montags Taizé Gebet, das ist jetzt richtig belebt worden.

Seit August geht hier die Epidemie der Masern um. Es sind auch schon drei Kinder hier in Roman gestorben an der Krankheit. Die Krankheit ist im ganzen Land verbreitet. Anscheinend kommt es immer wieder zu Engpässen bei dem Impfstoff. Das haben mir auch Mütter aus dem Olympiadorf bestätigt. Von unseren Kindern sind auch einige krank. Aus diesem Grund haben Cornelia und ich überlegt, die Abwehrkräfte der Kinder mit natürlichen Mitteln zu stärken. Jetzt im Herbst ist hier die Ernte der Sanddorn-Beeren. Hier auf den trockenen Hügeln gibt es sehr viele Sanddornsträucher. Auch richtige Plantagen gibt es hier. Auf dem Markt kosten ein Kilogramm frische Beeren 15 RON das sind etwa 3,50 Euro. Hier werden hauptsächlich die Beeren haltbar gemacht. Jeden Tag soll man einen Teelöffel gequetschter Beeren mit ein wenig Honig überzogen zu sich nehmen. Es entsteht eine Art Sirup, der die Abwehrkräfte stärken soll.

Die Frauen füllen Lavendel-Säckchen für den Eigenbedarf und für den Verkauf auf dem Markt© SSpS
Die Frauen füllen Lavendel-Säckchen für den Eigenbedarf und für den Verkauf auf dem Markt

Nach anfänglicher Skepsis waren die Kinder sehr begeistert davon. Im Sanddorn sind alle Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Es ist so ähnlich wie die Hagebutte. Wir versuchen die Darreichung auch umweltfreundlich zu gestalten und verwenden Teelöffel die wieder gespült werden können.

Novene an die Heiligen

Und noch eine Freude kann ich mitteilen. Im September sind sich gleich zwei von meinen und unseren Gebetsanliegen erhört worden: Seit das Mädchen-Internat letztes Jahr geschlossen hat, haben wir nach einer Aufgabe oder Lösung gesucht, wie das Gebäude gut genutzt werden kann. Nachdem ich im deutschen Rundbrief gelesen habe, dass in Wahlwiller nach der Novene zum Heiligen Josef so ein passender Käufer gefunden wurde, habe ich auch eine Novene zum hl. Josef in unserem Anliegen vorgeschlagen. Wir haben dann auch noch eine zum Heiligen Judas Thaddäus gebetet und jetzt hat sich am vergangenen Mittwoch ein befreundeter orthodoxer Priester hier gemeldet und nach Räumen gesucht, wo er eine Kindertagesstätte unterbringen kann. 

Es soll eine Kindergrippe geben und eine Betreuung der Hausaufgaben für die Vorschulkinder bis zur 4. Klasse. Das passt natürlich sehr gut zu unseren Zielen. Vor allem weil dieser Pfarrer sich auch besonders für die Armen einsetzt. Der gemeinnützige Verein heißt „Hoffnung und Liebe“. Die Ehefrau des Pfarrers ist auch ganz aktiv mit den Kindern. Sie haben jetzt schon ein Zentrum wo sie die Kinder nach der Schule betreuen und Hausaufgabenhilfe anbieten, und auch ein Mittagessen. P. Mihai Popovici hat gesagt, dass sehr viele berufstätige Eltern auf ihn zugekommen sind und nach einer Möglichkeit gefragt haben, ihre Kinder an einem guten Ort unterzubringen, solange sie bei der Arbeit sind.

Die zweite Gebetserhörung kam vom Heiligen Antonius, zu dem ich gebetet habe wegen eines Raums im Olympia-Dorf, um dort mit einzelnen Gruppen Kurse und andere Aktivitäten zu machen, sodass die Mütter nicht immer mit dem Bus abgeholt werden müssen. P. Lucian von der Fundatia Pacea hat beim Bürgermeister noch einmal nachgefragt und gleich grünes Licht bekommen. Jetzt sind wir dabei, den Raum einzurichten.

So viel gute Nachrichten für heute. Wie es weiter geht, schreibe ich dann im Oktoberbrief.
Ich wünsche Euch allen ein dankbares Herz für alle guten Gaben, die ihr empfangen habt außerdem Gesundheit und Gottes reichen Segen.

Eure Sr. Lioba SSpS

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