Als Zeichen der Hoffnung

Seit einem Jahr sind die Steyler Missionsschwestern in Athen, um den Geflüchteten am Rande Europas beizustehen. Zurzeit mit Unterstützung von Sr. Maria José Rebelo aus der Region Spanien/Portugal. In einem Brief berichtet sie „von der Unmenschlichkeit und dem Leid", das sie bei einem Besuch in Lesbos, dem größten und schlimmsten Flüchtlingslager Europas, erlebt hat.

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Sr. Maria José unterstützt für zwei Monate die Gemeinschaft in Griechenland, auch Kinder werden von den Schwestern betreut

Einige sprechen von 7000 Menschen, andere sagen 8000. Welche Zahl auch immer, wir können einfach sagen, dass das, was wir gesehen und gehört haben, wie die Hölle auf Erden war.

Vor zwei Jahren besuchte Papst Franziskus dieses Lager, um den Flüchtlingen zu sagen: "Ihr seid nicht allein... verliert die Hoffnung nicht! Ihr habt viel durchgemacht auf der Suche nach einem besseren Leben. Ihr habt viele Opfer gebracht. Ich bin hergekommen, um euch beizustehen und eure Geschichten zu hören. Wir kamen hierher, um unsere Stimmen mit euren Stimmen zu vereinen" (Papst Franziskus, 16. April 2016).

Heute, wenn ich über unsere Erfahrungen in Lesbos nachdenke, merke ich, dass Gott weint, im Schrei der Tausenden von Flüchtlingen, die hier gestrandet sind. „Was ich in Lesbos sah, war zum Weinen!" (Papst Franziskus). Alleinstehende Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige sind am meisten gefährdet. Man erzählte uns entsetzliche Geschichten von Frauen, die mit Pampers schliefen, um nachts nicht auf die Toilette gehen zu müssen und zu riskieren, vergewaltigt zu werden.... uns wurde gesagt, dass jeden Morgen mindestens eine oder zwei Frauen davon sprachen, in der Nacht zuvor vergewaltigt worden zu sein... uns wurde gesagt, dass sich junge unbegleitete Minderjährige bei dem Versuch, mit psychischen Schmerzen fertig zu werden, verletzt haben. Uns wurden so viele andere schreckliche Geschichten erzählt.

Es ist unglaublich, was der Mensch dem Menschen antut, unterstützt durch das europäische Recht und Geld. Pater Thomas H. Smolich (Internationaler Direktor des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten) sprach von der enormen Macht, die die EU der Türkei gegeben hat, indem sie Milliarden von Euro für die Verschärfung der Grenzkontrollen zahlte. Er sprach auch von der gewaltigen Macht, die Griechenland zukommt, da Milliarden von Menschen hierher geschickt werden, nur um eine Reise nach Europa zu verhindern. Es ist eine völlig unmenschliche Situation! Die Menschen werden krank an Leib und Seele; und sie werden nicht aufhören, die Flucht zu versuchen, selbst wenn sie ihre Tage wie in der Hölle verbringen müssen.

Schwester Preethi, Magdalena (Koordinatorin von MaZ Deutschland) und ich waren schockiert von der Realität, die wir gesehen und gehört haben. Uns wurde gesagt, dass alle NGOs, außer einer, das Lager wegen der entsetzlichen Bedingungen und der strengen Kontrolle der Regierung verlassen hätten; und es wurde uns auch gesagt, dass die lokale Regierung von Lesbos sich einfach weigert, ein weiteres Lager zu bauen, weil es, wenn sich die Situation verbessert, eine Verlockung für andere Flüchtlinge sein wird. Als ob irgendetwas die Menschen davon abhalten könnte, vor Krieg, Verfolgung, Hunger und extremer Armut zu fliehen.

Nachdem wir zurückkamen, haben wir über den Schrei dieser Menschen in Moria nachgedacht. Auch Pater Thomas teilte seine Überlegungen mit uns und sprach von unserem Ruf als Teil von JRS Griechenland, den Schrei des gekreuzigten Christus im Schrei der Flüchtlinge in Moria und Athen zu hören und zu helfen, sie vom Kreuz zu befreien.

In einem Europa, das versucht, sich vor all denen zu schützen, die nach Leben und Würde suchen, sind wir Steyler Missionsschwestern aufgerufen, ein Zeichen der Hoffnung zu sein. Ein Zeichen der Hoffnung für alle, die an unmenschlichen Orten wie Moria, Athen und anderen Grenzen gestrandet sind. Wir sind berufen, in dieser Zeit Gottes Traum für uns zu träumen: Wie Papst Franziskus fühlen wir uns berufen, "bei euch zu sein und eure Geschichten zu hören. Wir kamen hierher, um unsere Stimmen mit euren Stimmen zu vereinen."

Sr. Maria José Rebelo

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