Ein Steyler auf der Amazonas-Synode

Der Steyler Missionar José Boeing hat an der Amazonas-Synode in Rom teilgenommen. Im Missionsblog berichtet er von der Arbeit und den Beschlüssen der Synode.

Bei der Amazonas-Synode ging es nicht nur um das Land sondern auch seine Bewohner.

Als Teilnehmer der Synode für Amazonien und Vertreter der Kongregation der Steyler Missionare kann ich bestätigen, dass die Amazonassynode eine intensive, dreiwöchige Arbeit geleistet hat. Wir haben die Hilferufe der Völker Amazoniens gehört und konkrete Vorschläge für neue Wege für die Kirche und die integrale Ökologie gemacht. Alle Teilnehmer brachten ein großes Bewusstsein für die dramatische Situation der Zerstörung in Amazonien zum Ausdruck: Dies bedeutet das Verschwinden des Territoriums und seiner Bewohner, insbesondere der indigenen Völker.

Der Amazonas-Regenwald ist das "biologisches Herz" einer Erde, die immer mehr bedroht wird. Sie befindet sich in einem ungebremsten Wettlauf auf den Tod hin. Es bedarf radikaler Veränderungen, die sehr dringend sind, und eine neue Ausrichtung, um sie zu retten. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Verschwinden des Amazonas-Biomas – also der gesamten lebenden Masse – katastrophale Auswirkungen auf den gesamten Planeten haben wird. 

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Lebensgefahren entstehen durch „die Aneignung und Privatisierung von natürlichen Gütern, sogar des Wassers; legaler Erlaubnis der Edelholznutzung und dem Zutritt illegaler Holzfäller; Raubjagd und Fischerei; nicht nachhaltige Megaprojekte (etwa Wasserkraftwerke, Waldkonzessionen, massive Abholzung, Monokulturen, Autobahnen, Wasserstraßen, Eisenbahnen sowie Bergbau- und Erdölprojekte), sowie durch die ausbeutende Wirtschaft dieser Industrie und von den Müllhalden der Städte und vor allem dem Klimawandel“, wie es auch im Abschlussdokument der Synode heißt. 

Anerkennung für Frauen und Laien

Auch das Thema Migration wurde sehr intensiv diskutiert, mit Vorschlägen für Aktionen der panamazonischen Länder. Die Synode erkennt laut ihrem Abschlussdokument mit Bewunderung diejenigen an, die unter großer Gefahr für ihr eigenes Leben die Existenz dieses Gebietes verteidigten. Die Bedeutung von Frauen, etwa als Erzieherin der Kinder, und die Arbeit der Laien soll zudem mehr Anerkennung finden, wie es im Abschlussdokument heißt. 

Gefordert wird ein interreligiöser und interkultureller Dialog. Die Verstädterung in Amazonien erfordert neue Wege der Interkulturalität, um die verschiedenen Gesichter der Migrantenvölker aufzunehmen. Indigene Völker und traditionelle Gemeinschaften sind durch das neokolonialistische System, das im Amazonasgebiet noch immer vorhanden ist, bedroht. Die Kirche will daher laut Abschlussdokument ein Verbündeter der amazonischen Völker sein. 

Schützen und Fördern

Damit das Evangelium im Dialog mit den Kulturen gelebt und die Interkulturalität erhalten wird, müssen sich die Anerkennungshorizonte öffnen für die Völker Amazoniens und ihre religiösen und kulturellen Ausdrucksweisen. Schließlich fordert das Dokument dringende Maßnahmen zur Verteidigung der Gebiete und der Rechte der Natur und der Ursprungsvölker. Notwendig ist der Schutz und das Fördern von einem Entwicklungsmodell das gerecht und solidarisch ist, und an dem die Lokalgemeinschaften direkt teilnehmen können und Vorreiter sind.

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