Flüchtlinge sollen raus

110 Flüchtlinge aus dem Caritashaus St. Gabriel sollen nach dem Wunsch des Landrats Gottfried Waldhäusl in andere Betreuungseinrichtungen übersiedeln. Das ist nicht die richtige Lösung, sagen die Caritas und die Steyler Missionare.

©SVD

"Die Stimme erheben: für alle ein gutes Leben", zu diesem Motto feierten die evangelische Pfarrerin Maria Katharina Moser und P. Franz Helm SVD erst vor wenigen Tagen den Abschluss der Flüchtlings-Wallfahrt "Romaria"

Vor 26 Jahren öffneten die Steyler Missionare in St. Gabriel ihr Haus für Flüchtlinge aus dem Bosnienkrieg. Seither betreut die Caritas in einem Flügel des Missionshauses Flüchtlinge; seit 2009 sind es vor allem psychisch oder physisch schwer kranke Personen oder unbegleitete Jugendliche. 

Schon in der Vergangenheit ist die Betreuung nur durch zusätzliche Unterstützung von Spenderinnen und Spendern, und dank der Hilfe von freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wie auch durch eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Polizei möglich gewesen. Entgegen den Aussagen des Landesrates gibt es schon seit Bestehen der Caritas Einrichtung eine 24 Stundenbetreuung in St. Gabriel. 

Landesrat Gottfried Waldhäusl hat nun, nach einer Gewalttat unter Bewohnern vor einigen Wochen, angekündigt, die im Caritashaus St. Gabriel untergebrachten Flüchtlinge in andere Unterkünfte zu verlegen. Das wäre sicher nicht im Sinne der teilweise langjährigen Bewohnerinnen und Bewohner, betont die Caritas. Die Steyler Missionare bekräftigen die Klarstellung der Caritas zu den Absichten des Landesrats. Die Flüchtlinge sollen bleiben dürfen.

"Wir Steyler Missionare und Unterkunftgeber des Caritashauses St. Gabriel sind entsetzt über die menschenverachtende Stimmungsmache des niederösterreichischen Integrations-Landesrats. Er ist selbst mitverantwortlich daran, dass an Flüchtlingen und ihrer adäquaten Betreuung gespart wird. In unserer 26-jährigen Nachbarschaft mit dem Caritashaus St. Gabriel haben wir viel Frieden und konstruktives Miteinander erlebt", heißt es auf der Facebook-Seite der Steyler Missionare in Österreich.

Lesen Sie hier die ganze Stellungnahme der Caritas

 

Monika Slouk

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