Gedanken zur Corona-Krise

Die Corona-Krise bewegt viele Menschen, auch unsere Leser. Einer von ihnen, Bertram Nold aus Bayern, schildert hier seine Gedanken.

Auch eine gemeinsame Messfeier ist durch die Corona-Krise nicht möglich.

Anfangs haben viele die Corona-Krise ganz leichtgenommen, unterschätzt, sich nicht darum gekümmert; ich auch! Bis klar wurde, wie ernst das wirklich ist. Ich habe mich nur bedingt an die Vorgaben der Regierung gehalten, die auf der Basis von Aussagen von Virologen ihre Empfehlungen aussprach.

Mir fiel die Kuba-Krise von 1963 ein, als plötzlich die Kirchen voll waren, und als es ein paar Jahre später um ein Schiff im Golf von Tonking ging, war es wieder so. Im Fernsehen hatte man die Empfehlung gehört, sich für einige Wochen mit Lebensmitteln einzudecken. Es könnte eine schwierige Zeit werden.

Nur: Dieses Mal hat der Herrgott uns auch da einen Riegel vorgeschoben und auch diesen Weg versperrt. Wir können nicht gemeinsam beten, größere Ansammlungen von Menschen sind verboten und das trifft auch die Gotteshäuser. Die Kirchen dürfen keine Zufluchtsorte sein, wo sich die Menschen in Nöten versammeln wie es bei Kriegen und Krisen danach war. Da muss man sich auf starke Symbole beschränken wie das Glockenläuten zur gleichen Zeit im ganzen Land oder im ganzen Bistum, um den Gläubigen wenigstens damit das Gefühl zu vermitteln, dass sie zu einer Gemeinschaft von Gläubigen gehören, die sich im gleichen Anliegen an ihren Herrgott wenden. „Not lehrt beten“ lautet eine alte Feststellung und je schlechter es den Leuten geht, desto näher rücken sie zusammen, wobei auch dieses Zusammenrücken dieses Mal rein symbolisch gemeint sein kann.

„Spiritualität ist ständiges Üben auf ein bestimmtes Ziel hin“ wird der Begriff definiert und das trifft genau den Kern. Das schafft Vertrauen und der gläubige Mensch vertraut auf Gott.  Mit Gottvertrauen werden wir diese schwierige Zeit überstehen.

Nun ist die Corona-Krise da und die Angst sitzt vielen im Nacken. Irgendwann ist sie vorbei und die Menschen werden ruhiger. Dann ist ein erstes Resumee fällig: Wie hat Covid 19 die Welt verändert? Was lernen wir aus dieser Zeit, wie will ich mein Leben verändern? Wenn das Ergebnis dieser Überlegungen den Menschen hilft, wenn es zur Folge hat, dass viele Bereiche gesellschaftlichen und religiösen Lebens neu justiert werden, dann kann sich der Blick in die Zukunft positiv verändern. Tut sie es nicht, könnte Corona ein Warnschuss gewesen sein, bei dem wir noch einmal relativ glimpflich davongekommen sind.

Doch die Krise hat auch ihr Gutes: Die Natur wird sauberer, die Luft und das Wasser werden klarer.

Bertram Nold

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