Lage für Untergrund-Christen spitzt sich zu

Trotz vorläufiger Vereinbarung zwischen China und dem Vatikan ist die Kirche in China gespalten

Auch nach einer „vorläufigen Vereinbarung“ zwischen China und dem Vatikan bleibt die Spaltung zwischen der sogenannten „Untergrundkirche“ und der regierungstreuen „offiziellen“ Kirche in China bestehen. Aufgrund verschärfter Vorschriften für Religionsangelegenheiten werden Kirchengebäude zerstört, Gebetsräume geschlossen und Kindern der Besuch von Gotteshäusern verboten. Eine freie Weitergabe des Glaubens ist so kaum noch möglich. „Die kommunistische Zentralregierung versucht gerade mit aller Macht, die Christen der sogenannten Untergrundkirche unter eine enge staatliche Kontrolle zu zwingen“, erklärt Pater Martin Welling, Steyler Missionar und Direktor des China-Zentrums in Sankt Augustin. „Die kommunistische Partei will damit nicht nur innerkirchliche Verwaltungs- und Personalangelegenheiten regeln, sondern letztlich auch Einfluss auf die Glaubensdoktrinen nehmen. Ziel ist eine politisch korrekte Kirche mit einer chinesisch-sozialistischen Prägung. Wer sich ohne Registrierung religiös engagiert, muss mit harten Konsequenzen rechnen.“

So ist es in manchen Teilen Chinas schon verboten, Minderjährigen den Zugang zu religiösen Stätten zu erlauben oder katechetische Aktivitäten anzubieten, ein Trend, der sich über ganz China ausbreitet. „Das Grundrecht auf Religionsfreiheit wird durch ein dichtes Netz an Vorschriften und Gesetzen faktisch ausgehebelt“, so Pater Welling.  

Der Weltgebetstag am kommenden Freitag soll genau auf solche Probleme hinweisen und den Christen in China Mut machen. „Papst Benedikt und Papst Franziskus haben erkannt, dass die Lage für die gespaltene Kirche in China immer ernster wird. Ich hoffe daher, dass sich viele Menschen am Weltgebetstag beteiligen, damit sich Wege auftun, wie die Einheit der Katholiken in China verwirklicht werden kann. "Ich wünsche den Christen vor Ort, dass Sie nie die Kraft und den Mut zur Verkündigung des Evangeliums verlieren“, so Pater Welling.

Nils Sönksen

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