Missionar auf Zeit in Argentinien

Seit einem halben Jahr ist Sebastian als Missionar auf Zeit in Misiones (Argentinien). Seine wichtigste Erkenntnis: Immer authentisch bleiben und offen sein für neue Erfahrungen. 

Sebastian unterwegs mit einer Gruppe Jugendlicher aus der Gemeinde.

Meine Reise beginnt im August 2019. Vollgepumpt mit Adrenalin verlasse ich am Frankfurter Flughafen meine Familie. Der Moment, auf den ein halbes Jahr gewartet habe. Kurz darauf startet schon mein Flug und ich verlasse zum ersten Mal völlig alleine meine Heimat. 25 Stunden später befinde ich mich, mit Zwischenstopps in Paris und Sao Paulo, in Asuncion, der Hauptstadt von Paraguay. Ein Jahr voller Erfahrungen, Herausforderungen und dem Spirit der Argentinischen Kultur wartet auf mich.

@privatIch lebe zusammen mit drei Steyler Schwestern in einem Vorort von Posadas, der Hauptstadt einer nordöstlich gelegenen Provinz von Argentinien. Direkt angrenzend befindet sich Paraguay, das nur durch den Rio Paraná getrennt ist. Ich beziehe hier ein Zimmer mit Bad ein paar Meter neben dem eigentlichen Wohnbereich der Schwestern, dessen Ess- und Wohnzimmer allerdings jederzeit frei zugänglich für mich ist. Im hinteren Teil der Quinta Betania-Retiro gibt es noch einen Bereich für Pflanzen und Botanik. Mehr oder weniger „bewacht“ wird das Haus von der Hündin Negra und dem Hund Gando.

Oft beginnt der Tag mit einer Laudes, dem Morgengebet der katholischen Kirche. Danach wird gemeinsam gefrühstückt. Auch meinen Feierabend und verschiedene Aktionen in anderen Pfarreien gestalte ich zusammen mit den Schwestern. Einmal in der Woche bin ich fest zum Kochen eingeteilt, aber je nach Notwendigkeit lässt sich das auch ein bisschen verschieben.  Meine tägliche Arbeitsstelle befindet sich allerdings im Comedor Medalla Milagrosa. Ein Comedor (=Esszimmer) ist vergleichbar mit einer Suppenküche. Familien oder einzelne Personen, die nicht genug Geld haben, holen sich dort Essen, um sich oder ihre Familie zu ernähren. Geleitet wird das Comedor von Doña Betty und ihrer Familie. Sie haben bereits viel Erfahrung mit Freiwilligen, insbesondere aus Deutschland, gemacht. Von Anfang an steht Vertrauen hier an oberster Stelle und ich werde des Öfteren auch auf verschiedene Aktionen eingeladen.

Ich wohne in der Nähe von der Pfarrei San Miguel. Vor allem Jugendliche stehen im Mittelpunkt, deshalb gibt es zwei besonders große Gruppen von Jugendlichen, die sich „Grupo Misionero“ und „Grupo Mallin“ nennen. Jedes Wochenende bieten sie Gruppenstunden für Kleine und Große an, die mir viel Engagement und Aufwand pädagogisch wertvoll gestaltet werden. Umso beeindruckender ist also, dass es beinahe ausschließlich von Jugendlichen getragen wird. Mit der Gruppe Misionero war ich bereits auf „Mission“.

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