Pater Michael Heinz über Corona in Lateinamerika

Der Steyler Pater Michael Heinz ist Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Im Video-Chat berichtet er von der Situation vor Ort und möglichen drohenden Gefahren für Indigene.

Vor seiner Zeit als Adveniat-Geschäftsführer war Steyler Pater Michael Heinz bereits in Lateinamerika aktiv.

„Es gibt Menschen die nur wählen können zwischen Corona oder dem Hungertod“, so der Steyler Pater und Vorsitzende des Lateinamerika-Hilfswerks „Adveniat“, Michael Heinz. Er sprach beim ersten Online-Treffen der SVD-Partner im „Fährhaus“ am Wochenende über die Situation in Lateinamerika während der Corona-Pandemie. Adveniat versucht hier Abhilfe zu schaffen, etwa durch die Bereitstellung von Masken, Hygieneartikeln und Sauerstoffflaschen. Aber auch Lebensmittel werden in Lateinamerika dringend benötigt. Zunächst müsse die Grundversorgung sichergestellt werden, so Pater Heinz. An die langfristige Versorgung sei noch nicht zu denken. „Soweit ist Lateinamerika noch nicht“.

Verschärft wird die Situation laut Pater Heinz zudem dadurch, dass auf der Südhalbkugel nun Winter herrscht. „Besonders gefährlich wird es jetzt für die Indigenen“, berichtete Heinz. Das Virus könne zur Ausrottung ganzer Stämme führen. Mancherorts stürben die Menschen auf der Straße und auch die Krankenhäuser seien nicht vorbereitet. „Ich vermute, dass sich die Situation bis August zuspitzen wird“, sagte der Adveniat-Hauptgeschäftsführer. Bereits aktuell sei die Versorgung auf dem Land schwierig und in Städten würden die Toten oft in Massengräbern beerdigt.

Weltweite Hilfe

Ein Zusammenschluss der katholischen Hilfswerke, zu dem auch Adveniat zählt, überlegt den Angaben zufolge bereits mittels einer Sonderkollekte Geld für die Menschen in Nor zu sammeln. Auch eine Kooperation mit dem evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ sei möglich. Viele deutsche Bistümer leisteten bereits Hilfe in Südamerika. Und auch die Steyler sind aktiv: „Alle Provinzen in Lateinamerika tun etwas“, so Pater Heinz.

Um den Menschen in Lateinamerika helfen zu können, hat Adveniat einen Fond eingerichtet und andere Projekte, wie etwa Bauten, erst einmal zurückgestellt, berichtet der Steyler. Die Pfarrgemeinden in Ländern wie Argentinien oder Chile tun sich demnach schwer, den Gläubigen vor Ort zu helfen. Ohne Gottesdienste fallen etwa Einnahmen durch die Kollekte weg. „Die lateinamerikanischen Kirchen haben ja keine Kirchensteuern“, so Heinz. Hilfen kämen auch von den Steyler Missionaren weltweit.

Im Offenen Steyler Online-Treff „Fährhaus“ können sich Menschen treffen und mit einander ins Gespräch kommen. Das zweite Treffen wird am Samstag, 22. August, von 16 bis 17 Uhr stattfinden. Zu Gast ist Elisabeth Keilmann, Sportbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz und Geistliche Beirätin des DJK-Sportverbandes. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung über diesen Link möglich: https://global.gotomeeting.com/join/198468517

Nadine Vogelsberg

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