Schulbeginn in Rumänien

Das neue Schuljahr beginnt in Rumänien. Schwester Lioba kümmert sich um die Schulkinder der Roma.

Foto: privat

Die Schulkinder der Roma warten auf den Beginn des Unterrichts

Liebe Mitschwestern, Verwandte, Freunde und Bekannte,

die Wochen im September waren ganz damit gefüllt, den Schulbeginn der Kinder im rumänischen Roman zu unterstützen. Das ist noch nicht abgeschlossen. Seit September gehe ich zwei bis drei Mal in der Woche zum Kindergarten der Franziskaner. Dort ist die Klasse 4, die bis Juni dort war, aufgehoben worden. Die Kinder mussten sich in anderen Schulen in der Stadt für die 5. Klasse anmelden. Die Kinder aus der Siedlung der Roma, dem sogenannten Olympia-Dorf, gehören zu einer Schule, die fünf Kilometer entfernt ist.

Es gibt ein Gesetz, dass jedes Gymnasium auch eine Grundschule übernehmen muss. So haben die Franziskaner 2018 die genannte Schule übernommen. Bezüglich dieser Schule wurde von der Stadt entschieden, dass fast nur Roma-Kinder dort hingehen. Es gibt etwa eine Schule, die viel näher am Olympia-Dorf liegt, wo die Kinder zu Fuß weniger als einen Kilometer Schulweg hätten, da dürfen sie aber nicht hin. Da manche Schulen keine Roma-Kinder an der Schule wollen, behaupten sie einfach, es gebe keinen Platz mehr in der Schule. Meiner Meinung nach ist das Apartheid-Politik. 

Die Klassen in der weiter entfernten Schule sind sehr voll, da diese Bildungseinrichtung alle Schüler aufnimmt. Da werde ich auch die Lehrer unterstützen, so gut ich kann. In den unteren Klassen werden wir auch für die armen Kinder Spezial-Hefte bezahlen. Das sind Hefte mit vorgedruckten Übungen für jede Altersstufe. Ohne solche Hilfen ist es für eine Lehrerin mit 29 Kindern unmöglich zurechtzukommen. Unter diesen 29 Kindern sind einige dabei, die verschiedene Probleme haben, da kann ich die Lehrerin nur bewundern. Der Direktor der Schule hat sich auch sehr über unsere Unterstützung gefreut. Wir haben etwa Papier, Klebstoff, Stifte oder Scheren gespendet.

Probleme bereitet auch die Zufahrtsstraße zum Olympia-Dorf. Sie ist gleichzeitig die Zufahrtsstraße für die großen Zuckerrübentrucks. Momentan ist das Wetter trocken, und die großen Gräben und Löcher in der Straße sind repariert worden. Wenn es aber viel regnet, schneit und die schweren Laster fahren, ist die Straße schnell ganz kaputt – zumal jetzt auch die Zeit begonnen hat, zu der die Zuckerrüben angeliefert werden. Den Geruch und die Trocknungsgebläse kann man bis zu uns her zu hören. Manchmal stört es sogar die Nachtruhe.

Am 1. Oktober beginnt auch wieder die Schule für die Kinder von der „2. Chance“. Die müssen jetzt in eine acht Kilometer entfernte Schule. Für die 13-Jährigen beginnt die 5. Klasse. Da die Eltern die Kinder nur sehr ungern so weit alleine gehen lassen wollten, habe ich versprochen, dass ich dafür sorge, dass sie eine Monatskarte für den Stadtbus bekommen. Damit waren alle Eltern einverstanden. Dann habe ich für alle eine Bluejeans und ein T-Shirt besorgt, damit sie das Schuljahr in der neuen Schule gut beginnen können. 

Im Gebet verbunden Grüße ich von Herzen
Eure Sr. Lioba SSpS

Oktober 2019

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Aus welchem Land suchen Sie Neuigkeiten?