Sorgen trüben den Frühling

Den ganzen März hat Schwester Lioba Brand SSpS auf ihn gewartet, jetzt ist der Frühling mit aller Kraft eingezogen. Endlich kann die Missionsschwester mit den Kindern des Olympia-Dorfes wieder in ihren geliebten Garten und hat alle Hände voll zu tun.

©SSpS

Schwester Lioba SSpS pflanzt und erntet mit den Kindern des Olympia-Dorfes

Den ersten Traum habe ich mir schon erfüllt. Seit letzter Woche habe ich ein Hochbeet im Garten hinter dem Haus, und einen schönen neuen Kompost. Auch die Himbeeren haben ein Geländer, wo sie befestigt werden können. Ich habe dieses Jahr auch schon einige Pflanzen vorgezogen, die mir letztes Jahr bei der Direkt Aussaat die Schnecken oder andere hungrige Mäuler gefressen haben. So sind der Mangold, Kopfsalat und Eissalat schon schön aufgegangen. Diese werde ich jetzt sobald ich Zeit habe, in das Hochbeet setzen. Auch mit den Kindern haben wir schon gegärtnert. Leider habe ich nicht so viel Zeit wie ich möchte. Dazu ist es dann an manchen Tagen schon so heiß, dass ich in der vollen Sonne gar nicht arbeiten kann. Zum Glück werden die Tage jetzt schön lang, und wir haben auch die Sommerzeit, die das noch begünstigt.

Zurzeit sind wir sehr damit beschäftigt, die Kinder in der öffentlichen Schule anzumelden. Das ist fast bei jedem Kind ein kleiner oder größerer Kampf. Es gibt jetzt ein neues Gesetz, dass auch die Kinder noch bis 8 Jahre in der Schule angemeldet werden können, und so ganz normal die Vorschule hier die Klasse 0 beginnen. Bisher war das so, wenn die Kinder den Zeitpunkt versäumt hatten, weil die Eltern mit oder ohne Kinder im Ausland waren oder weil einfach das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Schulbesuches fehlt, dann mussten sie warten, bis sie 11 Jahre alt sind und dann zur 2. Chance gehen. Dort gibt es keine Klasse 0 sondern gleich Klasse 1-4. Für jede Klasse ist nur 1 Semester vorgesehen, also nur ein halbes Jahr und auch da nur Montag bis Donnerstag jeweils 3 Schulstunden. Da kann man sich vorstellen, dass nur das Allernötigste gelernt wird.

Schwere Situation für Mädchen

Außerdem sind die Kinder dann schon so groß und in der Pubertät, sodass es nur sehr wenige sind, die auf diesem Bildungsweg wirklich weiterkommen. So bin ich sehr froh, dass aus unserer Klasse nun 6 Kinder in der öffentlichen Schule für die Klasse 0 angemeldet sind. Die anderen 10-12 Kinder sind schon zu alt dafür. Aber davon sind auch mindestens 6 die schon 11 Jahre alt sind oder bald werden, sodass sie in die 2. Chance wechseln können. Das Problem, dass die Kinder – besonders die Mädchen – nicht oder nur kurz zur Schule gehen, ist auch der Grund, warum es für viele der Frauen aus dem Olympia-Dorf, die arbeiten wollen, keine Arbeit gibt. Da ist der Abschluss der Klasse 8 Voraussetzung.

Deshalb ist mein großer Wunsch und Ziel im Olympia-Dorf mehr präsent zu sein, und immer wieder nachzuhaken, warum Kinder nicht in der Schule sind. Das nächste Problem ist nämlich, dass die Kinder zwar in der Schule angemeldet sind, dann aber sehr oft fehlen. Sie verpassen den Schulbus, oder es wird behauptet, die Kinder seien krank, obwohl sie im Freien im Schnee herumtollen, wenn wir dort sind.

Das sogenannte Olympia-Dorf besteht aus vier ca. 100 Meter langen Gebäuden, alles ehemalige Rinderställe. Zwischen den Gebäuden ist jeweils ca. 15 Meter Platz, sodass zu jedem Raum innen ein entsprechender Hof dazu gehört. Auch wir haben einen solchen Raum für Veranstaltungen bekommen. Der Platz, der zu unserem Raum dazu gehört, wurde lange nicht genutzt und deshalb von den Leuten als Müllplatz benutzt. Im Herbst sah es noch nicht so schlimm aus, aber über den Winter hat sich die Lage so verschärft, dass jetzt die ganzen 25 Quadratmater mit allem möglichen Müll und stinkendem Abfall bedeckt ist. Dort möchte ich in der nächsten Zeit einen Hof abgrenzen und mit einer Art Hecke einzäunen. Da Holz oder Metall sofort gestohlen werden, möchte ich es mit kostenlosen Weidenruten und anderen Zweigen versuchen. Soviel für heute wieder.

Ich wünsche Euch allen von Herzen eine schöne Frühlingszeit. Im Gebet verbunden grüße ich von Herzen, Schwester Lioba SSpS

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