Weihnachten in Tansania

Jacqueline Schmidt ist derzeit Missionarin auf Zeit, ein Programm der Steyler Missionare. Sie arbeitet im Nikolaushaus in Tansania. Im Missionsblog erzählt sie von der Adventszeit in dem afrikanischen Land.

Auch in Tansania werden Weihnachtsplätzchen gebacken / Foto: Jacqueline Schmidt

Erst vor kurzem habe ich online einen Film angesehen, der von einer Frau aus den USA handelt, die über Weihnachten nach Afrika reist und sich dort mit Einheimischen um Elefanten kümmert. Ich begann unbewusst den Film mit der Realität hier in Tansania zu vergleichen. Wiederum vergleiche ich tagtäglich die Adventsstimmung hier in Tansania mit der zuhause in Deutschland. Während ich regelmäßig Bilder von Weihnachtsmärkten und dick in Jacken eingepackten Freunden erhalte, sitze ich hier in Tansania bei Sonnenschein im T-Shirt und komme nur sehr langsam in Weihnachtsstimmung.

Die Märkte und Läden in Bukoba im Norden Tansanias stellen nur sehr vereinzelt Dekoration auf, die entfernt an Weihnachtsschmuck erinnern. Zu finden sind Sterne, knallige Partylichter und einmal habe ich sogar einen kleinen Plastikweihnachtsbaum gesehen. Also generell sehr fad.

Adventsstimmung im Nikolaushaus

In meiner Einsatzstelle im Waisenhaus St. Nikolaushaus im Kemondo, sieht das ganze schon anders aus, was bestimmt daran liegt, das die Leitung selbst aus Deutschland stammt und somit deutsche Bräuche mit in den Adventsalltag einfließen lässt.

@Jacqueline SchmidtSo haben wir pünktlich zum Ersten im Dezember und diesem Jahr sogar den ersten Advent, einen Adventskalender aufgehängt und einen Adventskranz aufgestellt. Auch die abendlichen Gebete sind nicht mehr dieselben, sondern an den Advent und Weihnachten angepasst. Zudem wird jeden Abend zum Gebet die korrekte Anzahl an Kerzen am Adventskranz angezündet. Die sonst sehr zappelige Runde an Kindern wird seitdem erstaunlich ruhig, und in mir flammt jeden Abend aufs Neue vorweihnachtliche Stimmung auf.

In der Weihnachtsbäckerei

Um den Dezember und Advent mit weihnachtlichen Gefühlen vollständig zu machen, habe ich mit den Kindern schon die ersten Plätzchen bei internationaler Weihnachtsmusik gebacken. Diese gab es dann am Nikolaustag, passend zum Namenstag des Hauses. Dieser Tag ist für die Kinder besonders, denn außer den Plätzchen und den täglichen Süßigkeiten aus dem Adventskalender gibt es noch einen Schuh voll mit Süßigkeiten und Früchten, den sie abends fein säuberlich geputzt vor ihre Zimmertür gestellt haben. Zudem ist das der Tag an dem alle Schulen in unserer Region die Ferien ausrufen und auch die Internatskinder über Weihnachten nach Hause kommen.

@Jacqueline SchmidtZu Weihnachten dürfen für Kinder natürlich die Geschenke nicht fehlen, also suchen die Leiterin, die Mitarbeiter und ich inzwischen fleißig Geschenke zusammen, bestehend aus neuer festlicher Kleidung und Spielzeug. Für 44 Kinder gar nicht so einfach, dennoch freue ich mich schon auf die leuchtenden Augen der Kinder an Heilig Abend. Meine Nachfrage, ob es auch im Rest Tansanias schon am 24. Dezember die Geschenke gibt, wird verneint. Die Mitarbeiter erzählen mir, dass es diese normal erst am 25. gibt.

Weihnachtsfestessen in Tansania

Die Weihnachtszeremonie startet an Heiligabend und endet mit einem großen Familienessen, an dem es Ugali, einen landestypischen Maisbrei, und wenn es sich die Familien leisten können Fisch und Hähnchen gibt. Dazu gibt es Pilau, ein Gewürzreis, mit Gemüse und Früchten.

Es gibt natürlich sehr große Unterschiede von kleinen Dörfern zu den Großstädten. Ich freue mich schon sehr auf mein erstes Weihnachtsfest mit den Kindern hier in Tansania, denn was für mich an Weihnachten das Wichtigste ist, ist das Beisammensein mit meiner neuen, zweiten Familie im Nikolaushaus.

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