"Wir folgen Jesu Beispiel"

Die Steyler Missionare in St. Gabriel unterstützen die Arbeit der Caritas mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. „Auffällige Jugendliche brauchen Hilfe“, sagen sie - und: „Wir fürchten uns nicht!“

Pater Provinzial Stephan Dähler (li.) hat die Jugendlichen in St. Gabriel persönlich empfangen

In das Caritashaus St. Gabriel ist wieder mehr Leben eingekehrt. 16 Jugendliche mit schwieriger Vorgeschichte sind vor einer Woche von Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in das Caritashaus für Asylwerbende in Maria Enzersdorf verlegt worden, nachdem durch Medienberichte bekannt geworden war, dass sie in Drasenhofen in völlig unzureichender Unterkunft untergebracht waren.

Die Steyler Missionare freuen sich, dass das bereits zum Großteil leerstehende Caritashaus St. Gabriel (Landesrat Gottfried Waldhäusl hatte im Sommer 2018 für die Absiedlung der meisten BewohnerInnen gesorgt) wieder stärker für die kompetente und verlässliche Arbeit der Caritas genützt wird. Sie sichern der Caritas ihre Unterstützung zu und wenden sich in einem Schreiben an besorgte Nachbarn, Politiker und die Öffentlichkeit.

Stellungnahme der Steyler Missionare 

zur Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aus Drasenhofen im Caritashaus St. Gabriel, P. Stephan Dähler SVD, Provinzial:

"Am Freitag, 30. November 2018 abends, sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Caritashaus St. Gabriel aufgenommen worden, die in einer Asylunterkunft in Drasenhofen unter schlechten Bedingungen untergebracht gewesen waren. Die Jugendanwaltschaft des Landes Niederösterreich hatte nach Prüfung festgestellt, dass die dortige Unterkunft „aus jugendrechtlicher Sicht nicht geeignet“ war. Wir danken der Caritas Flüchtlingshilfe der Erzdiözese Wien ausdrücklich für den Einsatz dafür, dass diese Jugendlichen nach St. Gabriel kommen konnten und hier eine multiprofessionelle Unterstützung und Betreuung finden.

„Auffällige“ Jugendliche gehören nicht weggesperrt, sondern brauchen Hilfe

Als eine internationale katholische Ordensgemeinschaft, die christlichen Werten verpflichtet ist, sehen wir die Achtung vor der Würde jeder menschlichen Person als unverzichtbar an. Darüber hinaus erinnern wir an das Wort Jesu: „Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) Wenn Jugendliche „auffällig“ werden, gehören sie nicht weggesperrt, sondern es müssen ihnen die notwendigen Hilfen zur Verfügung gestellt werden. Dass das nun im Caritashaus St. Gabriel geschieht, freut uns sehr, genauso wie die vielfältige Unterstützung aus der Bevölkerung.

Wir wissen auch um Sicherheitsbedenken mancher Mitbürger und Mitbürgerinnen. Ihnen möchten wir sagen: Wir Ordensleute wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft des Caritashauses. Wir fürchten uns nicht. Wir vertrauen darauf, dass durch das Zusammenwirken vieler ein friedliches Miteinander gelingt, und dass die Liebe letztlich stärker ist als der Hass."

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