Zurück in die indonesische Heimat

Vor 15 Jahren kam Puplius Buru in St. Gabriel/Maria Enzersdorf an, am 16. Mai 2019 geht er wieder zurück nach Indonesien. 

Mitten in seinem „Abschieds-Marathon“, in dem er möglichst viele Freunde und Bekannte noch persönlich treffen möchte, findet P. Puplius Meinrad Buru noch ein Stündchen Zeit für ein Abschieds-Interview. 15 Jahre lang war der Indonesier aus Timor in Österreich, meistens in oder rund um St. Gabriel/Maria Enzersdorf. Mit Menschen in Kontakt zu kommen, war und ist sein pastorales Prinzip. „Ob Jugendliche oder andere Pfarrmitglieder: Für uns als Priester ist es wichtig, den Kontakt zu pflegen. Aufmerksam zu sein, sich Zeit zu nehmen. Für Geburtstagswünsche, für Treffen, fürs Essengehen, … Wenn wir uns Zeit nehmen für sie, dann nehmen auch sie sich Zeit für uns. Nur nebenbei geht es nicht.“ 

Miteinander streiten, nicht gegeneinander

Vor allem die Jugendarbeit hat ihm viel gegeben. Ob Jugendnacht, Pfingstfest oder Fußwallfahrt nach Mariazell: Die gemeinsamen Erlebnisse mit den Jugendlichen ließen ihn wachsen. Dass die ganze Mariazell-Wallfahrtsgruppe, Jungen wie Mädchen, gemeinsam auf einem Heuboden übernachtete, überraschte ihn und lehrte ihn den Wert von gegenseitigem Vertrauen und Ungezwungenheit. „Menschlichkeit“ ist ein Stichwort, das ihm wichtig geworden ist. Was er sich noch mitnimmt, ist die Erfahrung, wie Hauptamtliche und Ehrenamtliche in der Pfarre zusammenarbeiten. „‘Wir sind Kirche‘ ist in unseren Pfarren hier kein Slogan, sondern Realität. Die Ehrenamtlichen sorgen dafür, dass das Pfarrleben funktioniert, in allen Bereichen. Dem Priester und Bischof gegenüber sind sie kritisch, aber in höflicher Art und Weise. Wir stritten miteinander, nicht gegeneinander.“

Loslassen und Neues empfangen

Mit 41 Jahren zieht P. Puplius Meinrad Buru nun wieder nach Indonesien. Die Freude auf den neuen Lebensabschnitt überwiegt die Abschiedstrauer vom Liebgewonnenen. „Ich freue mich, meine Heimat wiederzusehen.“ Für seine Arbeit als Pastoraltheologe an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Ledalero in Maumere auf der Insel Flores hat er Visionen: „Die Priesterstudenten sollen mit den Füßen am Boden der Realität bleiben. Ich habe aus der Realität mehr gelernt als aus dem Großteil der Theorie, die ich irgendwann lernen musste. Meine Vorlesung soll einen Bezug zur pastoralen Realität haben.“ 

Monika Slouk

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