Bischof Werner Siebenbrock verstorben

An Heiligabend starb der Steyler Missionar im Alter von 82 Jahren in Brasilien, wo er sein Leben lang wirkte.

Bischof Werner Siebenbrock SVD verstarb an Heiligabend.

„Hin zu Gott“, so war vor vier Jahren die Feier des Goldenen Priesterjubiläums von Bischof Werner Siebenbrock überschrieben, das er in Sankt Augustin feierte. Dieses Wort erfüllte sich für ihn am Heiligabend um 21 Uhr brasilianischer Zeit, als Gott ihn zu sich heimrief. In einem Auferstehungsgottesdienst nahmen die Menschen am 26. Dezember in der Kirche Sankt Sebastian in Juiz de Fora Abschied von ihm.

Kirche statt Bundeswehr

Siebenbrock wurde am 27. September 1937 in Münster geboren. Nach der Bundeswehrzeit wollte er eine militärische Laufbahn als Ingenieur einschlagen, verließ dann aber die Bundeswehr, um Priester zu werden. 1958 schloss er sich den Steyler Missionaren an. Er machte seine priesterlichen Studien im Missionshaus Sankt Gabriel bei Wien und in Sankt Augustin. Hier wurde er am 18. Dezember 1965 zum Priester geweiht.

Missionsbestimmung: Brasilien

1966 reiste Siebenbrock nach Brasilien aus. Zunächst war er in der Gemeinde Cristo Redentor (Christus Erlöser) in Rio de Janeiro tätig, danach leitete er das Priesterseminar der Diözese und war Bischofsvikar. 1987 wählten ihn die Steyler Missionare der brasilianischen Nordprovinz zu ihrem Provinzial. Im Jahr darauf wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Belo Horizonte ernannt und zum Titularbischof von Tacia Mintana.

Als Papst Johannes Paul II. den groß gewachsenen Bischof Jahre später traf, bezeichnete er ihn als „seinen größten Bischof in Brasilien“. Er erwiderte: „Nicht der Größte, Eure Heiligkeit, nur der Längste.“ 1994 wurde Siebenbrock zum Bischof von Nova Iguaçu ernannt und 2001 zum Bischof von Governador Valadares. Er tat seine Arbeit unter oft schwierigen Verhältnissen. Armut, Gewalt und Korruption gehörten zum Alltag der Menschen. Er selbst wurde mehrere Male tätlich angegriffen. Mit der Hilfe engagierter Menschen in Brasilien und vieler Freunde und Gruppen in Deutschland initiierte er soziale Projekte wie Kindergärten und Arbeitskooperativen. Für sein engagiertes Wirken wurde er in den Städten Rio de Janeiro, Belo Horizonte und Governador zum Ehrenbürger ernannt.

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