"Das Wetter liegt bei uns in den Genen!"

Norbert Niederegger ist einer von Hunderten freiwilligen Wetter- und Klimabeobachtern in Österreich.

Seit 55 Jahren kümmert sich Norbert Niederegger ehrenamtlich ums Wetter.

Ob im Winter oder im Hochsommer, egal ob die Sonne bereits vom Himmel lacht oder es erst dämmert: Pünktlich um 7 Uhr (bzw. 8 Uhr Sommerzeit) in der Früh verlässt Nobert Niederegger, 77, sein Haus in Sillian und marschiert in den Garten, wo die Wetterstation steht. Er steckt den Kopf in das kleine weiße Häuschen mit den Lamellen, um die aktuelle Temperatur abzulesen. Danach leert er den angesammelten Niederschlag aus einem Behälter in ein Messgefäß. Wenn es geschneit hat, misst er auch die Schneehöhe mithilfe eines Neuschneebretts. Später trägt er die Daten in ein kleines Buch ein. Der Osttiroler ist einer von 137 ehrenamtlichen Wetterbeobachtern, die für den Hydrographischen Dienst des Landes Tirol in Innsbruck tätig sind. Dort und in den Diensten der anderen Bundesländer werden wichtige Daten rund um den Wasserkreislauf gesammelt.

Beobachtung seit 1900

Tag für Tag, an Wochen- wie an Sonn- und Feiertagen, ist Niederegger im Einsatz – und das seit 55 Jahren. Die Tradition, als freiwilliger Wetterbeobachter zu arbeiten, reicht in Niedereggers Familie weit zurück. „Seit 1900 steht die Wetterstation an dieser Stelle“, erzählt der Seniorchef der „Pension Adelheid“, die mittlerweile von seiner Tochter geführt wird. Norbert Niedereggers Großvater Franz und sein Vater Alfons standen ebenso im Dienst der Hydrographie wie die Mutter und seine Kusine. Im Mai 1964 übernahm Norbert. „Früher musste ich die Werte noch mehrmals am Tag ablesen. Seit acht Jahren erfasse ich die Daten nur mehr einmal täglich um 7 Uhr und schreibe sie in mein Heft ein“, erklärt Niederegger. Er hofft, dass Tochter Angelika die lange Familientradition einmal weiterführen wird. „Das Wetter muss bei uns wohl in den Genen liegen“, schmunzelt er.

Die ganze Geschichte lesen Sie bei uns im Heft.

Ursula Mauritz

Januar 2020

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Alle Ehrenamtlichen

Auch diese Menschen engagieren sich ehrenamtlich:

Inez Naumann, Demenzbegleiterin

Jessica Dorndorf, Gründerin einer gemeinnützigen Organisation

Irène, Betreuerin eines Obdachlosen-Schlafbusses

Maryam Hosseini, Übersetzerin