Reportage

Der malende Priester von Bramberg

Einst tauschte er seine Münzsammlung für Ölfarben und Staffelei ein: Pfarrer Stanislav Gajdos ist passionierter Hobbymaler.

Pfarrer Stanislav Gajdos in seinem kleinen Atelier im Pfarrhof von Bramberg.

Längst ist es kein Geheimnis mehr im Ort: Stanislav Gajdos, seit mehr als einem Jahr beliebter Pfarrprovisor in der Pinzgauer Gemeinde Bramberg, kann wunderbar malen. Die Bewohner bringen ihm Ansichtskarten und Familienbilder. Nach diesen und eigenen Vorlagen entstehen Blumenbilder, Porträts, Landschaften und Ansichten von Bauwerken. Malt er weltliche Themen, hört er dazu Popmusik. Malt er Sakrales, dann liebt er dazu religiöse Töne. Denn der aus der Slowakei stammende Priester „schreibt“ auch Ikonen.

Stanislav Gajdos ist im Gebiet der Hohen Tatra in der Ostslowakei aufgewachsen. Im Juni 2000 wurde er in der Ukraine zum Priester geweiht und war danach Seelsorger in slowakischen Pfarren. Seit 2014 ist er in der Erzdiözese Salzburg tätig, nach Pfarrprovisor in Kirchbichl wirkt Gajdos nun im Pfarrverband Bramberg.

©Walter SchweinösterIn der Grundschule wählte die Lehrerin seine Zeichnungen regelmäßig aus, um sie auf den Gängen für alle sichtbar aufzuhängen. Im Gymnasium kamen Porträts hinzu, später dann Ölmalereien, seine heutige Leidenschaft. „Das war ein Zufall“, erzählt der Bramberger Pfarrer. „Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kam ein Maler in unser Dorf. Er brachte Ölfarben mit, solche hatte es in der Zeit des Kommunismus bei uns nicht gegeben. Ich musste sie einfach haben“, erzählt der 46-Jährige. Er überlegte nicht lange und tauschte seine wertvolle Münzsammlung gegen Ölfarben und Staffelei ein.

Gajdos wurde Priester, doch die Malerei blieb ein fixer Bestandteil seines Lebens. Während des Theologiestudiums blieb ihm nicht viel Zeit für die Kunst, nach der Priesterweihe begann er jedoch verstärkt sich der Ölmalerei zu widmen. Auch mit Acryl und Aquarellfarben arbeitet er. Im Keller des Pfarrhofs vom Bramberg hat sich der Seelsorger ein kleines Atelier eingerichtet, in das er sich abends zum Malen zurückzieht.

Pfarrer Gajdos setzt sein künstlerisches Talent auch dafür ein, um mit den Kindern in seiner Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Als er sich in der Bramberger Volksschule vorstellte, zauberte er Comics an die Tafel und auch mit den Mädchen und Buben im Kindergarten hat Gajdos schon gezeichnet. 

Die ganze Geschichte lesen Sie bei uns im Heft.

Christine Schweinöster

April 2020

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