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„Die Welt in Rot“ für Religionsfreiheit

Religiöse Diskriminierung ist aktueller denn je, wie der Fall Asia Bibi zeigt. "Kirche in Not" hat einen neuen Bericht zur Lage der Religionsfreiheit vorgestellt

 

Das Kolosseum in Rom ist rot erleuchtet

Die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ veröffentlichte ihren neuen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“. Begleitet wird die Präsentation durch weltweite Aktionen, Gebetsveranstaltungen und Konferenzen. Auch in diesem Jahr werden zahlreiche öffentliche Gebäude im Zeitraum vom 22. November bis zum 4. Dezember blutrot angestrahlt, um auf die Situation der Opfer religiöser Verfolgung aufmerksam zu machen – erstmals auch in Deutschland. 

„Als Organisation, die sich für verfolgte Christen einsetzt, ist ,Kirche in Not῾ dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit besonders verpflichtet“, erklärte Dr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident der Stiftung. „Leider gibt es immer mehr Verletzungen dieses Menschenrechts. Alle Religionen sind betroffen. Wir laden deshalb Menschen auf der ganzen Welt dazu ein, für Religionsfreiheit einzustehen und ein sichtbares Zeichen der Solidarität zu setzen.“

Situation in über 190 Ländern im Fokus

Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ erscheint bereits zum 14. Mal. Er nimmt die Situation in über 190 Ländern in den Blick und dokumentiert die aktuelle Rechtslage sowie Verstöße gegen das Recht auf Religionsfreiheit im Zeitraum von 2016 bis 2018. Außerdem zeigt der Bericht, wie sich die Situation in einigen Brennpunktländern entwickelt hat.

Internationale Aufmerksamkeit hat in jüngster Zeit der Fall Asia Bibi erregt. Die wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tod verurteile Katholikin war nach über sieben Jahren Haft freigesprochen worden. Daraufhin erhob sich gewalttätiger Protest radikalislamischer Kräfte in mehreren pakistanischen Städten. Derzeit setzen sich mehrere europäische Länder für die Ausreise der fünffachen Mutter ein, darunter auch Deutschland.

Eisham Mashiq, Tochter von Asia Bibi

„Roter Mittwoch“ und Aktionen in zahlreichen Städten weltweit

Auf das Schicksal von Asia Bibi macht „Kirche in Not“ Italien mit einer spektakulären Aktion aufmerksam: In Venedig werden unter anderem die Rialtobrücke, Teile des Canal Grande und weitere Gebäude rot angeleuchtet.

„Kirche in Not“ hat vor einigen Jahren die Aktion der rot erleuchteten Bauwerke ins Leben gerufen, um ein sichtbares Zeichen gegen religiöse Diskriminierung zu setzen. Vielerorts hat sich dafür die Bezeichnung „Red Wednesday“ (roter Mittwoch) eingebürgert. Im Zusammenhang mit dem neuen Bericht zur Religionsfreiheit wird die Aktion unter anderem in Paris, Barcelona, London, Sydney und Washington stattfinden. In Barcelona wird erstmals die Kirche „Sagrada Família“ rot angestrahlt, in Paris wie schon in den Jahren zuvor die Kirche „Sacre Coeur“ auf dem Montmartre. Eine besondere Verbreitung erfährt die Solidaritätsaktion von „Kirche in Not“ auf den Philippinen: Dort werden über 1300 Kirchen und 30 Schulen in rotes Licht getaucht.

Erstmals „Roter Mittwoch“ in Deutschland

In Deutschland findet in diesem Jahr am 28. November erstmalig die Aktion „Roter Mittwoch“statt. In Mainz findet dann ein ökumenisches Gebet für verfolgte Christen in der Kirchenruine St. Christoph statt. Dazu wird die Kirche rot angestrahlt. Die Aktion ist eine gemeinsame Initiative von „Kirche in Not“, der katholischen City-Seelsorge, Pax Christi und dem Familienkreis St. Bernhard. Bei der Andacht wird unter anderem Dominikanerpater James Channan aus Pakistan sprechen. Er setzt sich seit vielen Jahren für den christlich-muslimischen Dialog ein.

Dezember 2018

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