Brauchtum

Fronleichnam: Blumenteppiche zu Ehren Gottes

Am Fronleichnamsfest säumen in vielen Orten prachtvolle Blumenbilder die Prozessionswege - etwa in der Steiermark.

Aus Blüten und Blättern entstanden prachtvolle Teppiche.

Wenn am Fronleichnamstag um 4 Uhr früh die Kirchenglocken läuten, wird es in der kleinen Gemeinde Eibiswald im südwestlichen Zipfel der Steiermark in Österreich lebendig - zumindest, wenn nicht gerade eine Pandemie die Welt in Atem hält. Aber normalerweise strömen dann aus allen Häusern die Bewohner, um auf den Gehsteigen mit dem Legen der Blumenteppiche und -bordüren zu beginnen, die bei der Fronleichnamsprozession den Weg des Allerheiligsten durch den Ort schmücken sollen. Auf den öffentlichen Flächen sorgen freiwillige Helfer für den Blumenschmuck. Besonders prächtig sind die Teppiche bei den Altären und am Platz vor der Kirche.

©Pfarre EibiswaldBlumen aus entlegenen Gegenden und dem eigenen Garten

Innerhalb von drei Stunden müssen die Ornamente und kirchlichen Symbole aus Blütenblättern, Gräsern und Samen fertig sein. Pfingstrosen und Margeriten, Schneeball, aber auch Kräuter wie Sauerampfer finden Verwendung. „Was zur Verfügung steht, ist abhängig vom Datum des Fronleichnamsfestes und von der Witterung“, erzählt Mitorganisator Franz Meßner. Oft sei es notwendig, in höher gelegene Gegenden zu fahren, wo manche Blumen erst später blühen. Das die Material kommt von Wiesen, Wäldern und Gärten und wird bis Donnerstag kühl gelagert.

©Pfarre EibiswaldHunderte Besucher von nah und fern

„Die Teppiche in Eibiswald stellen eine Besonderheit dar, weil sie einen durchgehenden Rundweg durchs Dorf bilden“, erklärt Franz Meßner. Kein Wunder, dass Hunderte Besucher aus nah und fern zu Fronleichnam nach Eibiswald kommen, um die Blumenteppiche zu bestaunen. In diesem Jahr allerdings wird das leider nicht möglich sein. Es ist nicht - wie sonst befürchtet - das Wetter, dass den Eibiswaldern einen Strich durch die Rechnung macht, sondern die Corona-Krise. So muss die Prozession in diesem Jahr leider ausfallen. Aber die Gemeinde hofft auf das kommende Jahr.

Die ganze Geschichte lesen Sie bei uns im Heft.

Ursula Mauritz

Juni 2020

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