Aktuell

Gemeinsam gegen das Virus

Corona hat unsere Welt im Griff. Doch anders als wir in Europa sind die Menschen in den armen Ländern dem Virus und seinen Folgen völlig schutzlos ausgeliefert. Die Steyler Patres, Brüder und Schwestern helfen weltweit, das Leid zu mildern.

In den abgeriegelten Dörfern werden die Lebensmittel verteilt. Die Menschen dort haben Angst – vor dem Hunger und der Krankheit.

In Indien verteilen die Missionare Lebensmittel, um die Ärmsten vor dem Verhungern zu retten. Die Schlange vor der Ausgabestelle an der staubigen Straße ist lang. In mit Kreide aufgezeichneten Kreisen stehen die Menschen im sicheren Abstand voneinander. Sie warten geduldig darauf, endlich ein Lebensmittelpaket in den Händen zu halten. „Manche haben seit ein, zwei Tagen nichts gegessen“, sagt Pater Jeevan Kennady SVD aus Tripura im Nordosten Indiens, wo er die Hilfe für drei Bundesstaaten koordiniert.

Rund um die Uhr arbeiten die Steyler Missionare, um den Menschen dort zu helfen. Etwa 1.000 können sie mit Lebensmittelpaketen versorgen. „Ohne eine solche Unterstützung drohen Menschen zu verhungern“, so Pater Kennady. Auf dem Land ist die Not groß – und auch die Angst. Die Bevölkerung darf ihre Dörfer nicht verlassen, wegen der Ausgangssperre können sie nicht arbeiten, nicht aufs Feld gehen. Sie haben keinerlei Einkommen, können sich nicht einmal mehr das Lebensnotwendigste leisten. Die Vorräte der Steyler Missionare reichen vier bis fünf Tage für eine Familie. „Wir verteilen die Pakete aus Sicherheitsgründen möglichst rasch, Gespräche finden nicht statt. Aber ich sehe in den Gesichtern der Menschen die Dankbarkeit.“

Masken für Ghana

©SVDIn der St.-Joseph-Klinik in Ghana kümmern sich die Mitarbeiter darum, dass die Bevölkerung, so gut es geht, vor dem Virus geschützt ist. „Auf die Pandemie sind wir überhaupt nicht vorbereitet“, sagt Schwester Dorota Sojka SSpS ganz offen. „Uns fehlt es etwa an Masken, Schutzanzügen und Thermometern“, so die Leiterin des St.-Joseph-Krankenhauses in Kwahu Tafo im Osten Ghanas. Die Preise für solche Medizinprodukte sind inzwischen um ein Vielfaches angestiegen. An Geld mangelt es der Klinik ohnehin, denn die Regierung, die für die Leistungen im Krankenhaus aufkommen müsste, hat schon seit einem Jahr nichts mehr gezahlt. Doch Schwester Dorota lässt sich nicht entmutigen. „Wir sorgen erst einmal dafür, dass die Menschen hier vor der Krankheit möglichst gut geschützt sind.“

Eine Mitschwester näht den ganzen Tag aus Baumwollstoff Mundschutzmasken für die Patienten. Die klinikeigene Apotheke stellt für die Bevölkerung Desinfektionsmittel her, füllt sie in Flaschen ab. „Diese werden dringend benötigt, denn viele Menschen haben zu Hause kein fließendes Wasser, können sich nicht die Hände waschen“, erzählt Schwester Dorota. Zusätzlich fahren Angestellte der Klinik mit einem Kleinbus morgens und abends durch die Städte und Dörfer und informieren per Lautsprecher die Bewohner über die nötigen Vorsichtsmaßnahmen.

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Ulla Arens

Juni 2020

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