Steyler Welt

Gesegnet unterwegs

Autobahnkirchen laden zum Rasten, Entspannen und Besinnen ein. Reisende können hier ihre Sinne und die Seele wieder auftanken und zur Ruhe kommen. Der Steyler Missionar Pater Ralf Huning betreut als Seelsorger die Autobahnkirche St. Paul in Wittlich. Zum Tag der Autobahnkirchen am 22. Juli beschreibt er seine missionarische Aufgabe

Nächste Ausfahrt: Autobahnkirche

„Autobahnen sind wohl das deutlichste Sinnbild für den Lebensrhythmus unserer Zeit: Alles geht mit großer Geschwindigkeit, immer auf der Überholspur, unter Zeitdruck, immer mit Blick aufs Ziel und wenig auf den Weg. Autobahnkirchen laden zum Innehalten ein, zur Entschleunigung, zur Überprüfung, ob man überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist.

Autobahnkirchen sind eine wichtige Ergänzung zu unseren Pfarrkirchen. Ihr Angebot ist niedrigschwellig. Jeder, der will, kann hineingehen, ob gläubig oder nicht. Er muss kein bestimmtes religiöses Programm erfüllen. Man kann einfach mal durchatmen, Pause machen. Man kann aber auch beten - viele nutzen die Gelegenheit, eine Kerze anzuzünden oder etwas in das 'Anliegenbuch' einzutragen. Diese 'Anliegen' nehmen wir dann auch auf in unser Gebet in den Sonntagsgottesdiensten.

Es ist ungewöhnlich, dass an einer Autobahnkirche ein Seelsorger ist. Ich biete, sehr zurückhaltend, den Menschen meine Zeit an. Ich bin da und habe Zeit für sie. Wem ein Gespräch gut tut – anonym, kostenfrei, unverbindlich – darf zu mir kommen. Das sind oft einmalige Gespräche, wo Menschen sich einfach etwas von der Seele reden können. Manche kommen aber auch mehrfach wieder und ich begleite sie ein Stück auf ihrem Lebensweg.

Ich verbinde meinen Dienst mit einem kontemplativen Gebetsleben. Ich selbst bewege mich wenig, ich verbringe viel Zeit in der Stille. Gerade dadurch kann ich den Menschen, die von der Schnellstraße kommen, eine Hilfe sein, ihnen Ruhe und ein offenes Ohr schenken.“

Am 22. Juli, dem Tag der Autobahnkirchen, laden bundesweit 44 Gotteshäuser zu besonderen Andachten mit Reisesegen ein. Um 15 Uhr wird in St. Paul Wittlich ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Fahrzeuge aller Art – vom Bobby-Car bis zum Auto – werden zusammen mit ihren Fahrzeughaltern gesegnet. Weiteres Programm im Anschluss

P. Ralf Huning SVD

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Bisherige Beiträge

Bei einem Motorradunfall verliert Djato M’Pemon sein rechtes Bein. Mithilfe von Steyler Missionsschwestern im Norden Togos findet er zurück ins Leben

[weiter...]

Wie viele seiner Landsleute suchte Gery sein Glück zunächst nicht in seiner Heimat Manggarai auf der Insel Flores, sondern in der Ferne. Inzwischen...

[weiter...]

Tag der Autobahnkirche

Geschichte von St. Paul

Die Autobahnkirche St. Paul war die Kirche des ehemaligen Steyler Klosters St. Paul. Die Steyler Missionare erbauten 1925 das Kloster und 1969 die Kirche. Nach der Schließung des Missionshauses im Jahr 2008 gründete sich ein Förderverein, um die Kirche St. Paul zu erhalten. Seit März 2010 liegt die Anerkennung von St. Paul als Autobahnkirche vor. Durch die Nähe zum Maare-Mosel-Radweg wurde St. Paul 2012 auch zur Radwegekirche ernannt.

www.autobahnkirche-stpaul.de

 

Bundesweites Angebot

Über eine Million Menschen nutzen jährlich das Angebot zum Rasten und Innehalten. Von den 44 existierenden Kirchen sind 19 evangelisch, acht katholisch und 17 ökumenisch getragen. Die älteste katholische Autobahnkirche steht in Adelsried (1958), die älteste evangelische Autobahnkirche in Exter (1959).

Mehr auf: www.autobahnkirche.de