Interview

"Ich habe einen guten Draht zum lieben Gott"

Moderatorin Tamina Kallert reist für ihr Magazin "Wunderschön" zu den verschiedensten Orten der Welt. Immer im Gepäck: ihr Glaube. Der prägt sie seit ihrer Kindheit. stadtgottes-Redakteurin Melanie Fox hat mit ihr gesprochen

Dass Reisen Ihr Leben bereichert, wissen wir ja dank Ihrer Sendung "Wunderschön". Was sonst noch?

Ich empfinde es als großes Privileg, einen Beruf zu haben, den ich mit Leidenschaft mache, der mich erfüllt. Zudem kann ich mich gleichzeitig um meine Familie und die Kinder kümmern. Dafür bin ich sehr dankbar. Auf der Seelenebene bereichert Musik mein Leben: Schon als Kind hat die klassische Musik mich sehr geprägt. Mein Großvater war und mein Vater ist noch immer Geigenlehrer. Ich singe auch gerne und viel. Orgelmusik finde ich großartig: Einmal sagte der Organist: „Gesungen ist doch schon doppelt gebetet.“ Ein sehr schöner Satz.

Beten Sie denn auch?

Meine Eltern und auch die Schule haben mir ein sehr liebevolles Gefühl zur geistigen Welt und auch zum Glauben vermittelt. Ich bete mit meinen Kindern abends vor dem Schlafengehen. Als sie noch kleiner waren, haben wir auch am Tisch gebetet, das geht jetzt ein bisschen unter, wir sagen: „gesegnete Mahlzeit“. Ich bete leise für mich, wenn ich in eine Kirche komme, das tue ich ganz gerne auf Reisen oder manchmal an stillen Orten, wie zum Beispiel einem Herrgottswinkel in den Bergen.

Welche Vorstellung haben Sie von Gott?

Ich bin mir nicht sicher, wer oder was Gott ist, glaube aber ganz fest, dass es einen größeren Zusammenhang gibt. Ich denke, ich habe einen guten Draht zum lieben Gott. Es ist eine beruhigende Vorstellung, dass wir nicht alleine sind, wir getragen werden. Das versuche ich auch meinen Kindern zu vermitteln.

Wann fühlen Sie sich in Ihrem Glauben besonders getragen?

In stillen Momenten, besonders in der Natur. Wo diese Einsicht in mir aufsteigt – die kennt, glaube ich, jeder, wie klein der Mensch ist und wie groß das Wunder der Schöpfung. Da überkommt mich ein Gefühl von Demut. Dazu fällt mir ein Satz von Albert Einstein ein: „Es gibt nur zwei Arten zu leben. Entweder so, als wäre nichts ein Wunder oder so, als wäre alles ein Wunder.“ Letzteres finde ich einen sehr schönen Ansatz.

Ihre Kinder wurden in der Kirche getauft. Wie war das bei Ihnen?

Meine Eltern haben mich nicht taufen lassen. Das hat dann eine Bäuerin bei uns im Schwarzwald übernommen. Es war so ein ganz süßer kleiner Steinbrunnen, an dem sie mich noch als Baby getauft hat.

Ihre Liebe haben Sie mit Gottes Segen besiegelt.

Ja, mein Mann und ich haben uns im Sommer 2018 kirchlich getraut – mit ganz vielen Freunden, Familie und Kindern. Das Tolle war, dass unsere Kinder in einem Alter (7 und 9 Jahre) sind, in dem sie das mit größtem Stolz und mit Ehrfurcht miterlebten. Das war für mich das Schönste an der Hochzeit. Wir haben wirklich als Familie Ja gesagt. Mami und Papi lieben sich, und das ist auch gut so. Die ganze Welt darf es sehen, und das bezeugen wir jetzt.

Was ist für Sie der Sinn des Lebens?

Die Liebe. Es gibt diesen schönen Satz von Goethe: „ ... welch Glück,  geliebt zu  werden! Und lieben, Götter, welch ein Glück!“ Ich glaube, das trifft es

Melanie Fox

Mai 2019

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Zur Person

Tamina Kallert, 44, arbeitet als Redakteurin für den WDR. Seit 2004 moderiert sie das Reisemagazin „Wunderschön“. Vor Kurzem hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht ("Mit kleinem Gepäck"). Tamina Kallert ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Freiburg im Breisgau.