MaZler kehren wegen Corona zurück

Lara ist 18 Jahre alt und ist seit August 2019 als Missionarin auf Zeit (MaZ) im westafrikanischen Benin. Wegen Corona musste sie nun fünf Monate früher zurück nach Deutschland als geplant.

MaZlerin Lara ist zurück in Deutschland - fünf Monate früher als geplant.

Die Nachrichten sind voll davon, dass derzeit viele Touristen aus ihren Urlaubsorten zurückgeholt werden. Doch nicht nur Touristen müssen zurück nach Deutschland, sondern auch wir Freiwillige. Letzten Dienstag haben ich und andere Freiwillige die Aufforderung vom Staat bekommen, so schnell wie möglich nach Deutschland zurückzukommen. Der Grund: Corona. Gesagt getan, einen Tag später ging es schon los nach Cotonou, die Stadt, in der der Flughafen liegt. 

In Cotonou war Corona sehr viel präsenter, als bei mir im Norden Benins. Im Süden haben viel mehr Menschen einen Mundschutz getragen, beziehungsweise es haben überhaupt Menschen wegen Corona einen Schutz getragen. Im Norden hat man nämlich auch wegen des Staubes einen Mundschutz getragen. Man gab sich zur Begrüßung keine Hände mehr und letzte Woche wurden die Kirchen geschlossen. Außerdem fahren keine Busse mehr. Ich hatte also wirklich Glück, dass ich einen der letzten Busse bekommen habe.

©privatEinige Tage später, am Sonntag, saß ich dann mit anderen Freiwilligen aus Deutschland und aus der Schweiz im Flugzeug, Richtung Paris. Von Paris ging es weiter bis nach München und dann bis nach Essen mit dem Zug. Es war eine spannende Reise, denn Sonntagabend um 23:15 Uhr sah alles noch so aus, als müssten wir doch noch eine Woche in Benin bleiben, da unsere Flüge bis nach Frankfurt immer wieder annulliert wurden. Die Stimmung am Flughafen war generell sehr angespannt, da nicht nur wir das Problem mit einem Weiterflug hatten. Dementsprechend waren auch die Mitarbeiter etwas gestresst, doch am Ende haben sie sich riesig mit uns gefreut und haben alles Mögliche getan, damit wir schnell einchecken konnten. Problematisch für uns was, dass die französische Regierung beschlossen hatte, dass alle Nicht-Franzosen einen Beweis vorlegen mussten, dass die Weiterreise ins jeweilige Heimatland gewährleistet sei. In letzter Sekunde sind wir dann auf einer Warteliste hochgerutscht und konnten ein Ticket bis nach München kaufen. Abflug von Cotonou 23:50 Uhr, Ankunft in Essen und Wiedersehen mit der Familie um 18:20 Uhr. Trotz Corona haben wir eine Umarmung gewagt! Im Moment bin ich 14 Tage in häuslicher Quarantäne und freue mich schon auf den Tag, an dem ich Freunde, Familie und die anderen MaZler sehen kann. 

Durch die plötzliche Entscheidung, dass ich zurück nach Deutschland muss, hatte ich nicht die Zeit mich von allen in Benin zu verabschieden. Den Kinder und Schwestern konnte ich wegen Corona nur noch „Au revoir“ sagen. Trotzdem waren die Kinder ziemlich süß: „Sei ja vorsichtig und kaufe keine Lebensmittel am Straßenrand, ansonsten steckst du dich an“, gaben sie mir mit auf den Weg. Die erste Reaktion von meinen Kindergartenkindern war „Jetzt können wir ja gar nicht mehr in den Kindergarten gehen“. Und einige andere fragten mich, ob ich nicht doch irgendwie hierbleiben könnte. Es tat schon weh, meine liebgewonnene zweite Heimat, in der ich seit Ende August 2019 war, zu verlassen, ohne zu wissen wann wir uns das Nächste Mal wiedersehen würden. Doch ich habe auf jeden Fall vor, noch einmal nach Benin zu fliegen um meine verlorenen 5 Monate nachzuholen. Hoffentlich klappt es schon nächstes Jahr zu Ostern….

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