Ratgeber - Seelsorge

Müssen wir uns streiten?

Warum ist es trotz christlich theologischer Praxis (Lesen der Bibel, Besuch der heiligen Messe) und des großen Willens ein Leben im Miteinander zu führen, so schwer möglich, ohne Streit auszukommen? Ist die Moral der Kirche für uns Menschen zu hoch?

Das Lesen der Bibel, der Besuch der heiligen Messe, das Gebet – das alles ist keine Garantie dafür, dass es keine Konflikte gibt oder mehr geben wird. Das Meditieren des Wortes Gottes, das Gebet, die Teilnahme an der Eucharistiefeier sollen unser Herz wandeln, dass die Kriterien des Evangeliums im Leben eines Christen greifen. Sich verwandeln zu lassen – das ist ein langer Prozess, der unser ganzes Leben dauert. Immer wieder nisten sich in unseren Herzen Egoismus, Neid, Vorurteile, Intoleranz usw. ein, die das Zusammenleben erschweren.

Eine Frage ist für mich sehr wichtig: Worum geht es im Streit? Es ist zum Beispiel müßig, sich über Informativfragen zu streiten. Es fällt uns normalerweise nicht leicht, andere Meinungen zu respektieren. Es gilt, auf den anderen zu hören und das „Körnchen“ Wahrheit zu entdecken. Mit rechthaberischem Getue kann ich keinen Konflikt lösen.

Ein Streit kann unter Umständen auch positiv sein, weil man Dinge klären kann. Oft werden Probleme unter den Teppich gekehrt, da würde ich von einem „faulen Frieden“ sprechen. Es ist wichtig, Stellung zu beziehen zu Fragen der Politik, zu Fragen des Glaubens. Es gilt mutig zu sein und die eigenen Überzeugungen darzulegen. Aber es gilt, auf der Sachebene zu bleiben und den anderen nicht persönlich anzugreifen.

April 2019

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