Steyler Welt

Neuer Generalsuperior der Steyler Missionare

Die Wahl ist entschieden: Der gebürtige Indonesier Pater Paulus Budi Kleden wurde am Ende des vierwöchigen Generalkapitels der Steyler Missionare zum neuen Generalsuperior gewählt. Pater Kleden arbeitete über Jahre in verschiedenen Pfarreien in der Schweiz und in Österreich. Jetzt lenkt und leitet er den Orden von Rom aus

P. Paulus Budi Kleden (Mitte) nimmt die Glückwünsche von P. Stephan Dähler (li.) und P. Franz Helm entgegen

Jeder Vierte der 6.000 Steyler Missionare weltweit kommt aus Indonesien, die meisten wirken jedoch in anderen Ländern und Kontinenten. So auch P. Paulus Budi Kleden, der am 4. Juli 2018 vom 18. Generalkapitel der Steyler Missionare in Nemi bei Rom zum neuen Generalsuperior gewählt wurde. Er folgt damit dem deutschen P. Heinz Kulüke, der sich wieder ganz der Seelsorge bei den Ärmsten der Armen widmen möchte und kehrt damit dahin zurück, wo er schon vor seiner sechsjährigen Amtszeit tätig war.

Den weltweiten Horizont im Blick

P. Kleden war in den vergangenen sechs Jahren bereits als Generalrat eingesetzt. In dieser Funktion verbrachte er zwei Mal jährlich sechs Wochen in einer Provinz des Ordens, um durch die Besuche die Mitbrüder, ihre Arbeit und das Leben der Menschen in der Provinz kennenzulernen. Er ist also nicht nur Vertreter des größten SVD-Herkunftslandes weltweit, sondern bereits jetzt ein guter Kenner der weltweiten Tätigkeit des Ordens und vieler Mitbrüder. Unter anderem besuchte er in seiner Amtszeit die neu eröffnete Niederlassung der Steyler in Liberia. Der Ortsbischof hatte den Orden um Hilfe gebeten. Im Pfarrgebiet der Steyler Missionare liegt ein riesiges Flüchtlingslager, um das sich die Ordensmänner kümmern. Aber auch Südkorea besuchte der neue Generalsuperior jüngst, wo der Orden überlegt, wie er in der neuen Situation in Nordkorea wirken kann. Auf seinen Besuchen war es Pater Kleden wichtig, den Missionaren den weltweiten Horizont des Ordens zu eröffnen. „Die persönlichen Besuche helfen, die Zugehörigkeit und das Selbstbewusstsein der Ordensmitglieder zu stärken“, so Paulus Budi Kleden. „Das gibt auch Motivation in ihrem Einsatz.“ Dafür wird Pater Kleden in den kommenden sechs Jahren als Generalsuperior zahlreiche Gelegenheiten haben.

Grenzen überwinden als Herzensanliegen

1988 bis 1993 studierte Paulus Budi Kleden in St. Gabriel/Maria Enzersdorf bei Wien. In diese Zeit fiel auch die Entscheidung der Studenten, ihren eigenen Wohntrakt für Flüchtlinge aus dem damaligen Bosnienkrieg frei zu geben und in kleinere Zimmer zu ziehen. „Das zählte für mich zu einer wichtigen Erfahrung in St. Gabriel“, so P. Kleden im Gespräch.

Als Diakon wirkte der neue SVD-Generalsuperior in Stadlau, in einer Pfarre der Salesianer Don Boscos, wo er viel dazugelernt hat, wie er sagt. Überhaupt ist ihm das Grenzüberschreiten ein Herzensanliegen. Er geht gerne über Grenzen hinaus – über die Grenzen des Landes, aber auch der eigenen Ordensgemeinschaft. Während seiner Dissertationszeit in Freiburg im Breisgau – er schrieb über die Christologie von Johann Baptist Metz – lebte er bei Franziskanern mit. „Die Einfachheit und ihr Gemeinschaftsleben schätzte ich sehr“, erinnert sich Kleden, „und ich verlor dort mein Vorurteil, dass Menschen mit Ordenstracht konservativ sind.“ In Deutschland lebte P. Kleden von 1996 bis 2001.

Zwischen 1993 und 1996 hatte er in der Pfarrseelsorge in Steinhausen und Auw in der Schweiz gewirkt. Er spricht also nicht nur perfekt Deutsch, sondern auch ein wenig Schweizerisch und ist somit ein guter Kenner der deutschen und der mitteleuropäischen Provinz der Steyler Missionare, zu der Schweiz, Frankreich, Österreich und Kroatien gehören.

Zuhören als missionarische Qualität

Bevor P. Paulus Budi Kleden 2012 zum Generalrat gewählt wurde und nach Rom übersiedelte, wirkte er elf Jahre lang als Theologie- und Philosophieprofessor und als Studienpräfekt in seiner Heimat Indonesien, im Seminar von Ledalero. Er spricht seine Muttersprache Lamaholot, die Amtssprache Indonesisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch. Geboren wurde er am 16. November 1965 in Waibalun, Diözese Larantuka, trat 1985 in die Societas Verbi Divini (SVD) als Novize ein und wurde 1993 in St. Gabriel zum Priester geweiht. „Mission“ heißt für den neu gewählten Generalsuperior wie für die SVD als Ordensgemeinschaft Einladung zum prophetischen Dialog. Die vier erstgenannten Dialogpartner sind: Arme, Angehörige anderer Religionen, Vertreter anderer Kulturen und Glaubens- und Orientierungssuchende. „Indem wir ihnen zuhören, überlegen wir selber über unseren Glauben“, fasst es der neue Generalsuperior Paulus Budi Kleden zusammen.

Monika Slouk

Kommentare (1)

  • Hans Weibel
    Hans Weibel
    am 06.07.2018
    Ganz herzliche Segenswünsche aus Kuba von deinem Kurskollegen Juan Weibel SVD. Muchas felicidades!!

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Wahl des neuen Generalsuperiors

P. Paulus Budi Kleden ist der neue Generalsuperior der Steyler Missionare

Vize-General gewählt

P. José Antunes da Silva wurde in Nemi zum Vize-Generalsuperior der SVD gewählt! Geboren 1957 in Sarzedas (Portugal), legte er seine ersten Gelübde als Steyler Missionar 1976 ab und wurde 1984 zum Priester geweiht. Von 1986 bis 1989 wirkte er als Missionar in Ghana, wo ihn eine gute Zusammenarbeit mit dem heutigen Rektor von St. Gabriel, P. Toni Fencz, verband. Nach seinem Studium der Religionswissenschaften in Wahington, D.C. wirkte er von 1992 bis 2012 in Portugal als Universitätsseelsorger, Chefredakteur des SVD-Magazins und später als Provinzial (2007-2012). Seit 2012 wirkt er als Generalrat in der Ordensleitung in Rom.

Sein Amt als Vize-Generalsuperior wird er voraussichtlich gemeinsam mit dem neuen Generalsuperior P. Paulus Budi Kleden SVD im September antreten.