Ratgeber - Pastoralpsychologie

Rosenkranz zur Kommunion?

Meine Enkelin geht zur Ersten Heiligen Kommunion. Ich möchte ihr gerne einen Rosenkranz schenken. Aber ich weiß nicht, ob das noch zeitgemäß ist. Was meinen Sie?

Ich meine, wir dürfen den Maßstab „zeitgemäß“ bei unseren Erstkommunionfeiern nicht ohne Weiteres anlegen. Was passt denn dann noch in unsere Zeit? Der dunkle Anzug? Das lange, weiße „kleine Brautkleid“? Die Blümchen in den Haaren? Die kleine, weiße auch heute noch oftmals gehäkelte oder spitzenbesetzte Handtasche? … Obwohl, gehäkelt wird ja vielerorts wieder oft und
gerne. „Zeitgemäß“ ist zumindest ein schwieriges Wort, wenn es um Erstkommunionfeiern (religiöse Feiern im Allgemeinen) geht. Geschenke müssen weder zeitgemäß noch müssen sie praktisch sein. Sie sollen von Herzen kommen und deshalb können Sie sehr wohl zu einem solchen Anlass einen Rosenkranz verschenken. Wahrscheinlich verschwindet er für lange Jahre in einer Schublade. Vielleicht wird er nie gebetet. Aber ziemlich sicher taucht das Geschenk irgendwann wieder einmal auf und weckt die Erinnerung an den/die Geber/ in. Und dann entfaltet das Geschenk sein Flair, für das das Kommunionkind damals noch kein Verständnis aufbringen konnte.

Ein Rosenkranz hat kein Verfallsdatum, aber er ist ein passendes und sehr schönes Geschenk zur Kommunion, auch wenn er vielleicht zunächst eine Enttäuschung für das Kind sein mag. Mit den „modernen“ Geschenken, die meist elektronischer Natur sind, macht man natürlich schnell und heftig Eindruck, aber nachhaltige Freude geht anders. Der Rosenkranz ist ein geglückter Kontrapunkt zu einer allzu konsumgesteuerten Feierkultur, die am Eigentlichen des Festes vorbeirauscht. Da lobe ich mir die alte Gebetsschnur, die immer und ganz treu Segen und göttlichen Beistand verheißt, wo auch immer nur ein Funke Glaube sie zum Leben erweckt.

Mai 2020

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