Weltweit

Stadtspaziergang: Maastricht

Besuchen Sie eine der schönsten und romantischsten Städte der Niederlande

Die vielleicht schönste Buchhandlung der Welt ist in der Dominikaner­kirche. Hier haben 20 000 Bücher Luft zum Atmen

So beschaulich geht es in dieser schönen alten Stadt noch zu: Wir gehen über den in frühes Sonnenlicht getauchten Platz vor der „Onze-Lieve-Vrouwebasiliek“. Die Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und war einst Mittelpunkt der Stadt. Die französischen Besatzer nutzten sie Ende des 18. Jahrhunderts als Pferdestall, aber seit dem 19. Jahrhundert wird hier wieder gebetet. Von 1887 bis 1917 wurde die Basilika vom bekannten niederländischen Architekten Pierre Cuypers vollständig restauriert, wobei alles entfernt wurde, was nicht Cuypers‘ Ideal vom reinen Renaissancestil entsprach.

Wenn Sie von hier Richtung Maas gehen, stoßen Sie bald auf die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer, die um 1230 gebaut wurde. Am anderen Ufer liegt der Stadtteil Wyck mit dem spektakulären Kunstmuseum Bonnefanten. Ein Stück weiter geht’s an der Maas entlang zum kleinen Platz „Graan­markt“. Dort ist es Zeit für eine Kaffeepause im Café d’Artagnan, das nach dem Musketier Charles de Batz-Castelmore d’Arta­gnan benannt wurde, der am 25. Juni 1673 bei der Belagerung Maastrichts fiel. Im Aldenhofpark erinnert seit 2003 eine Statue an ihn.

Mitten durch die Stadt fließt die Maas. Genießen Sie eine Schiffsfahrt und betrachten Sie alles vom Wasser aus

Sie schlendern jetzt den „Onze Lieve Vrouwewal“ entlang und erreichen kurz vor dem Stadtpark das „Helpoort“ (Höllentor), das als ältestes Stadttor der Niederlande gilt. Gegenüber steht das „Pesthuys“ (Pesthaus), eigentlich eine Wassermühle von 1775, in deren Nähe Pestkranke in Baracken lebten. Die imposante Servatius-Basilika wurde ab dem 10. Jahrhundert in Etappen dort errichtet, wo seit 549 bereits eine hölzerne Gedächtniskirche für Servatius, Bischof von Tongeren, stand. Weil immer mehr Pilger in die kleine Kirche kamen, entschied man sich für den Bau einer großen Kreuzbasilika. Als Folge der Französischen Revolution wurde die Kirche geplündert und verwüstet. Restauriert wurde sie dann von 1866 bis 1900.

Biegt man in die „Grote Staat“ ein, liegt gleich links die Dominikanerkirche. Nachdem die französischen Besatzer 1796 das dazugehörende Kloster aufgelöst hatten, diente die Kirche nur sporadisch als Gotteshaus, länger als Archiv, als Probenraum für das städtische Orchester und bis vor zehn Jahren sogar als Fahrrad-Parkhaus. Seit 2006 residiert hier nun die  – laut britischem „Guardian“ – schönste Buchhandlung der Welt. Und Kaffee trinken kann man in der Kirche auch. 

Christiane Osterhof

Oktober 2018

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Bisherige Beiträge

Papst Franziskus hat Bedürftige zu sich nach Rom eingeladen. Thomas Maisenbacher ist dieser Einladung gefolgt

[weiter...]

Unverheiratete Mütter in Nepal haben ein schweres Leben. Sie sind arm, rechtlos, haben keine Perspektive, wissen nicht, wie sie ihre Kinder versorgen...

[weiter...]