Kultur

Stadtspaziergang Mailand

Kunst und Kultur bietet die norditalienische Stadt in Hülle und Fülle

Die Wahrzeichen Mailands

Was für ein Prunkstück: der Dom. Reihen Sie sich in die Schlange vor dem Gotteshaus ein, um den riesigen Marmorpalast von 1386, in dem 40 000 Menschen Platz haben und Napoleon sich 1805 zum König von Italien krönen ließ, zu besichtigen und auf die Dachterrasse hinaufzusteigen. Die Ausmaße sind gigantisch – der Dom ist nämlich 158 Meter lang, 93 Meter breit und 108,5 Meter hoch, das Gewölbe wird von 52 Pfeilern getragen. Dazu schmücken etwa 3500 Skulpturen das Gotteshaus.

Der Dom ist übrigens die einzige Kirche in Mailand, in der Sie Eintritt bezahlen müssen! Gar nichts – außer den Preis für einen Espresso vielleicht – kostet Sie der Besuch des Dachterrassen-Cafés im Kaufhaus „La Rinascente“ gegenüber, von wo aus Sie einen herrlichen Blick auf den Dom und halb Mailand haben.
Nach dem Kaffee sind es nur wenige Schritte zur „Galleria Vittorio Emanuele II“ mit den Luxus-Boutiquen und der Glaskuppel über dem achteckigen Platz und dem unmittelbar dahinterliegenden Opernhaus „La Scala“, dessen Ruf gigantisch, dessen Anblick aber eher bescheiden ist.

Wer mehr als diese Standard-Blicke auf Mailand werfen möchte, dem empfehlen wir die MilanoCard, mit der man Bahnen und Busse kostenlos nutzen kann und in Museen, einigen Läden und Restaurants Ermäßigungen bekommt. Am besten bestellt man sich die Karte auf www.milanocard.it, damit man keine Zeit damit vergeudet, die raren Verkaufsstellen vor Ort ausfindig zu machen. Und auch die Tickets für den Besuch der „Basilica di Santa Maria delle Grazie“ mit Leonardo da Vincis Wandgemälde „Das letzte Abendmahl“ sollte man Monate vor der Reise buchen, denn dort kann man nur vorangemeldet hinein. Wenn man dann vor diesem herrlichen Bild steht, hat sich jeder Aufwand gelohnt.      

Falls Sie nach dem „Abendmahl“ noch etwas Sensationelles verkraften, sollten Sie vom „Corso Magenta“ in die „Via Matteo Bandello 14/16“ schlendern – dort residiert die Galeristin Rossana Orlandi  auf einem Hinterhof. Bei ihr kann man sich nicht satt sehen an ungewöhnlichem Design von Piet Hein Eek und Matteo Cibic, von Maarten Baas, Jaime Hayon und vielen anderen. Absolut großartig.

Von dort geht's zum „Naviglio Grande“, dem ältesten Kanal Mailands. Er wurde zwischen 1177 und 1257 gebaut und diente zum Transport der für den Dombau benötigten Marmorblöcke.  Kehren Sie dann in ein für Mailand  untypisches Lokal ein: Das „Delicatessen“ in der Via Tunisia serviert  Spezialitäten aus Südtirol in schönem Ambiente. Falls Sie einen Tisch ergattern: Grüßen Sie den netten Wirt!

Christiane Osterhof

November 2018

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