Steyler Welt

Steyler Bruder: „Ich kann mir ein Leben ohne Glas nicht vorstellen“

Bruder Peter "Seraphim" Frunk kam bereits mit 15 Jahren zu den Steyler Missionaren. Dort entdeckte er seine Liebe zur Glasmalerei.

Bruder Peter „Seraphim“ Frunk wurde 1938 in Köln-Porz geboren und legte 1964 seine Ewigen Gelübde ab. In Steyl absolvierte er eine Ausbildung zum Glasmaler. Eine seiner schönsten Arbeiten sind die Fenster der Krankenhauskapelle in einem Steyler Krankenhaus auf den Philippinen. Dort hatte er alle Freiheiten in der Gestaltung, was ihm immer am liebsten ist.

Meine Mission begann zufällig. Eines Tages nahm mich unser Kaplan mit zu den Steylern nach Sankt Augustin und fragte mich, ob das etwas für mich wäre. Ich dachte mir, ich kann es ja mal probieren. Ich bin dann nach Steyl gegangen – mit gerade einmal 15 Jahren. Mir war von Anfang an klar, dass ich Bruder werden will. Ein Priesterleben, das war nicht meine Vorstellung. In Steyl wollte ich Schlosser lernen, also am liebsten Kunstschmied. Aber da war kein Platz für mich. So kam ich in eine Glasmalerei, und das war eine sehr gute Entscheidung. An den Fenstern in der Oberkirche in Steyl habe ich das Handwerk erlernt und die Ausbildung abgeschlossen.

@Heinz Helf SVDNach meinen Ewigen Gelübden zum Ordensbruder bekam ich einen neuen Namen, das war damals üblich. Schnell entschied ich mich für Seraphim, da der erste Glasmaler in Steyl so hieß. 1961 war es für mich so weit: Die Mission rief. Ich habe mir immer gewünscht, nach Asien gehen zu können. Als klar war, dass ich auf den Philippinen gebraucht werde, war ich sehr damit einverstanden.

Dann habe ich mich mit einem Mitbruder auf den Weg gemacht. Wir hatten uns entschieden, mit dem Schiff zu fahren und waren etwa einen Monat unterwegs. Im Dezember kamen wir in der Hauptstadt Manila an. Dort blieb ich zehn Jahre. Ich habe Gipsfiguren gegossen, grundiert und verziert. Handwerk und Sprache habe ich von den Einheimischen gelernt. Die Filipinos waren offen, entgegenkommend und höflich.

Später war das anders. Anfang der 1970er-Jahre regierte Präsident Ferdinand Marcos das Land diktatorisch. Es gab unheimlich starke Strömungen gegen Ausländer. Das war so schlimm, dass viele von unseren Patres aus ihrem Urlaub nicht mehr zurückkamen. Auch ich habe überlegt, ob ich überhaupt bleiben soll. Ich wollte meine Mission auf den Philippinen aber nicht so schnell beenden und so folgten weitere Einsätze an verschiedenen Orten.

Von den Philippinen nach Nemi

Während der Zeit auf den Philippinen konnte ich der Glasmalerei nur nebenbei nachgehen, es war kaum Glas da. 1985 war es Zeit für mich, nach Europa zurückzukehren. Ich bin nicht gerne von den Philippinen weggegangen, aber wenn man woanders gebraucht wird, macht man das. Ich kam nach Nemi bei Rom ins Spiritualitätszentrum und war für die Instandhaltung des Hauses zuständig. Zwei Jahre später wurde ich dort Ökonom. Nach elf Jahren kam ich nach Bozen in Südtirol, ebenfalls als Ökonom. Dort bin ich bis heute.

Zwischenzeitlich brauchte ich aber Abstand von den Finanzen. Ich ging für zwei Jahre nach Rom, offiziell an die Pforte, aber nebenbei habe ich an Glas gearbeitet. In dieser Zeit wurde ich auch gefragt, ob ich Fenster in einer Kirche in Togo reparieren könne. Dort blieb ich dann ein Jahr. Neben Togo war ich mehrmals für längere Aufenthalte in Peking, um dort Schwestern in der Glaskunst auszubilden. Heute haben sie ihre eigenen Werkstätten. Mir gefällt die Vielseitigkeit der Arbeit, und ich mag es, Kirchen zu verschönern. Die Glasmalerei ist für mich auch Ausdruck des Glaubens. Ich kann mir ein Leben ohne meine geliebte Malerei nicht vorstellen.  

Die ganze Geschichte lesen Sie bei uns im Heft.

Aufgezeichnet von Eva Bernarding

Januar 2020

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Bisherige Folgen der Serie

In unserer Serie "Der Schatz der Alten" stellen wir Ihnen jeden Monat einen besonderen Schatz aus der Steyler Ordensfamilie vor. Hier finden Sie die bisherigen Folgen:

Sr. Tarcildis SSpS

Br. Heinz Helf SVD

P. Gerhard Lesch SVD

Sr. Marianeldis SSpS

P. Herbert Scholz SVD

P. Hermann Bickel SVD

Br. Adolf Stegmaier SVD

Br. Franz Xaver Romer SVD

Br. Othmar Jessberger SVD

P. Hermann Josef Kaiser SVD

Br. Fritz Tremp SVD