Gesellschaft

Tanzen für Mama

Am Muttertag feiern die Steyler Schwestern mit Eltern und Kindern in der Kita.

Schwester Ewa Rudzka organisierte in ihrem Kindergarten „Josepha Stenmanns“ einen Festtag für die Mamas von Oaxaca.

„Willkommen, liebe Mamas!“ Wenn die Kleinen in der Kindertagesstätte von Oaxaca in Mexiko an diesem besonderen Tag für ihre Mütter singen und tanzen, ist für ein paar Minuten alles leicht im Leben der Zuhörerinnen.

Doch die Leiterin, Schwester Ewa Rudzka aus Polen, weiß, wie hart der Kampf ums Überleben für die Frauen im Alltag ist. Als Indigene werden sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt, sie haben keine gut bezahlten Jobs und müssen die Kinder oft allein oder mit einem alkoholkranken Mann durchbringen.

In der Kindertagesstätte, die nach der Mitgründerin der Steyler Schwestern Josepha Stenmanns benannt ist, betreuen die Schwestern Kinder zwischen einem und fünf Jahren. Die Mütter verdienen zu wenig, um staatliche Bildungsangebote wahrnehmen zu können. Die Schwestern und ihr Freiwilligen-Team beraten aber auch die Eltern, organisieren Workshops und stärken junge Paare, um Scheidungen zu verhindern.

Glückliche Eltern und glückliche Kinder

Und sie kümmern sich liebevoll um die rund 65 Kinder, denn „viele leiden unter der fehlenden Zuwendung ihrer Mütter, weil diese keine Zeit für sie aufbringen können.“

Schwester Ewa erinnert die Eltern immer wieder: „Damit sich eure Kinder gut entwickeln, ist es sehr wichtig, dass ihr selber glücklich seid. Kinder, die sich bei ihren Eltern sicher fühlen und mitbekommen, dass sie sich lieben, sind auch selber sichere und fröhliche Kinder, die besser lernen können!“

Vier Jahre lang hat die mexikanische Regierung das Projekt unterstützt. Doch diese Politik wurde nun geändert: Die Eltern sollen direkte Hilfen bekommen. Aber die nötige Registrierung der Bedürftigen läuft schleppend, immer mehr Mütter können den Beitrag für die Kindertagesstätte nicht mehr aufbringen. „Wir Schwestern haben unsere Ersparnisse ausgegeben in der Hoffnung, dass die Regierung ihre Versprechen einlöst“, sagt Schwester Ewa.

Weil immer mehr Kinder kommen, wird die Lage immer verzweifelter. „Jemand hat mir empfohlen, nur noch Kinder aufzunehmen, deren Eltern den vollen Beitrag bezahlen können. Aber darum geht es ja nicht. Wir haben unser Zentrum Josepha Stenmanns gegründet, um arme Mütter zu unterstützen. Wenn Gott uns diese Mission anvertraut hat, wird er uns damit nicht allein lassen!“

Christina Brunner

Mai 2020

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