Steyler Welt

Vorkämpfer für die Rechte der Schwarzen

Ein Steyler Missionar aus Bayern wird für seinen Einsatz im Süden der USA geehrt.

Der Steyler Missionar Alois Heick kämpfte für die Rechte der Sklaven.

Er hatte Mut. Und eine Mission. Pater Alois Heick war der erste Steyler Missionar, der sich in einer schwarzen Gemeinde in den USA niederließ. In Mississippi, einem ehemaligen Sklavenhalterstaat im Süden der USA, sollte er 140 afroamerikanische Baumwollpflücker betreuen.

Doch seine Arbeit war nicht von Erfolg gekrönt. In Merigold gab es nur einen Katholiken, niemand kam in seine Gottesdienste. In den Sümpfen holte der gebürtige Bayer sich die Malaria, die weißen Farmer protestierten gegen die Schule, die der Missionar aufbaute, und bedrohten ihn.

Und irgendwann wurde es für ihn einfach zu gefährlich: Pater Heick musste fliehen. Die Legende sagt, er habe sich in einem Klaviertransport oder einem Sarg verborgen.

Doch aufgeben wollte er nicht. Bis an sein Lebensende setzte sich der Missionar für die Rechte der ehemaligen Sklaven ein. Er kämpfte für eine bessere Schulausbildung und die Priesterweihe der schwarzen Amerikaner. Die war im 20. Jahrhundert höchst umstritten: Viele Katholiken hielten die Schwarzen für unfähig, ein Theologiestudium zu meistern und den Zölibat zu halten, die Bischöfe wollten sie nicht in ihren Gemeinden haben. Doch die Steyler setzten sich durch, weil sie überzeugt waren: Mit einem Priesterseminar für schwarze Kandidaten werden wir der amerikanischen Kirche mehr dienen als mit der Übernahme von Pfarreien.

Seine Heimatgemeinde in Alteglofsheim/Bayern setzte ihm zum 90. Todestag jetzt eine Gedenktafel auf dem örtlichen Friedhof. Im Februar verlieh der Bischof der Diözese Jackson, Mississippi, die höchste diözesane Auszeichnung posthum an Pater Heick – den Bishop John Joseph Chance Award.                                                                            

Christina Brunner

April 2020

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