Ratgeber - Rat in der Glaubenspraxis

Darf meine Urne in eine Grabeskirche?

Der Vatikan hat eine neue Ins­truktion herausgegeben, in der es heißt, dass die Feuerbestattung möglichst vermieden werden sollte. Meine Frau und ich haben uns schon einen Platz für die Urnen in einer Grabeskirche gekauft, das ist billiger und – wie wir finden – auch schöner als ein Grab auf dem Friedhof. Wieso ist der Vatikan dagegen?

Es gab einmal eine Zeit, in der die Feuerbestattung katholischerseits verboten war. Das ist lange her. Wir haben seit gut 50 Jahren offizielle, von der Kirche genehmigte, Riten und Gebete, um Urnen zu bestatten. Bei der Feuerbestattung ging es unterschwellig immer um die Frage der „Auferstehung des Leibes“. Es 
ist hier nicht der Ort, die komplexen theologischen Gedankengänge um diesen Vorgang darzulegen. Ein Mensch zerfällt nach seinem Tod, wenn er normal bestattet wird. Der Körper vergeht mehr oder weniger schnell, was von vielen Faktoren abhängt. Warum dann nicht diesen Vorgang durch Feuer beschleunigen? Das Resultat ist am Ende dasselbe. Nicht unser Leib macht uns aus. 

Es ist unsere Persönlichkeit, die nicht sehr viel mit unserer Körperlichkeit zu tun hat. Die Instruktion des Vatikans gibt keine genaue und verbindliche Anweisung: „Feuerbestattungen sollen möglichst vermieden werden.“ Das ist eine sehr schwammige Aussage. Es handelt sich hier – wie leider so oft – um einen Kompromiss, der eine gewisse Klientel vielleicht zufriedenstellt, aber eigentlich bei dem Unausweichlichen bleibt. Sie haben für sich alles richtig gemacht mit Ihrer Wahl eines letzten Ruheortes in einer Grabeskirche. 

Lesen Sie zu diesem Thema auch unseren Beitrag "Viele Kulturen, viele Bestattungskulturen"

September 2017

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Pater Fabian Conrad

Bibelwissenschaftler, Seelsorger, Schulrektor des Arnold-Janssen-Gymnasiums in St. Wendel, Missionssekretär der Deutschen Provinz

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