Ratgeber - Lebens- und Familienberatung

Segensfeier statt Taufe?

Unser Enkel und seine Frau wollen ihre beiden Kinder (zwei Jahre und vier Monate) nicht taufen lassen, weil diese später selbst entscheiden sollen, ob sie das wollen. Statt der Taufe soll es nun eine Willkommens- oder Segensfeier geben. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Ja, da gibt es die einen, die ihre Kinder als Baby taufen lassen, und diejenigen, die ihre Kinder „selbst entscheiden lassen“ wollen.

In der Kirche gab es immer schon beides: Menschen, die sich als Erwachsene bewusst für die Taufe entschieden, und Kinder, die gewissermaßen „bedingungslos“ aufgenommen wurden. Angesichts der Vielfalt der weltanschaulichen Möglichkeiten heute stellt sich die Frage: Wie können denn Kinder einmal entscheiden, wenn sie Glauben und Kirche – vor allem im Vollzug – nicht kennenlernen?

Da hilft nur: das Zeugnis von Glaubenden und vor allem der (Ur-)Großeltern! Eltern, die (vielleicht nur derzeit?) keinen Zugang zu Glauben und Kirche haben, werden die Kinder nicht wirklich unterstützen können. Die gläubige Ur-Oma aber könnte sie mit in den Kindergottesdienst nehmen oder sie in den Arm nehmen und erzählen, dass für Jesus Kinder besonders wichtig waren.

Ein Kind in unserer Weltgemeinschaft mit einem Segen willkommen zu heißen, kann für alle zu einer wundervollen Erfahrung werden. Segnen meint: „Gutes sagen und wünschen“. Das kann doch nicht schaden! Und alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder „irgendwie“ und „irgendwo“ gut aufgehoben sind, dass es da einen Schutz gibt, der kostbar ist und den sie selbst nicht leisten können.

April 2020

Kommentare (1)

  • Christine
    Christine
    am 27.08.2020
    Ich sehe in dieser Angelegenheit zwei Denkweisen:

    1.) Man lässt ein Kind als Baby taufen, damit es sich nachträglich nicht mehr entscheiden kann, kein Christ zu sein (denn getauft ist getauft, ob Kirchenmitglied oder nicht).

    2.) Man akzeptiert die Möglichkeit, dass das Kind später einmal nicht dem Christentum angehört, gibt ihm aber andererseits die Möglichkeit, aktiv den Schritt in die Gemeinschaft der Christen und der Kirche zu gehen.

    Option 1 scheint die übliche Denkweise zu sein, sie ist in meinen Augen jedoch sehr pessimistisch. Was, wenn das Kind zum Beispiel ein begeisterter Christ im späteren Leben ist? Natürlich bleiben dann noch die übrigen Sakramente, aber die Taufe als erster und wichtigster Schritt wurde nicht bewusst erlebt.

    Option 2 ist unüblich, setzt aber auf die Mündigkeit eines Menschen für sich selbst und ist daher die von mir präferierte Variante.

    Sorgen Sie sich nicht! Gott ist bei Getauften wie bei Ungetauften und umso schöner wird es eines Tages sein, wenn Ihre Urenkel sich taufen lassen!

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Schwester Dorothee Laufenberg SSpS

Theologin, Juristin und Mediatorin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Coach für Stress und Burnout-Prävention

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