Ratgeber - Seelsorge

Sich um nichts zu sorgen – wie soll das gehen?

In der Bibel steht, dass man sich um nichts sorgen soll. Nun bin ich seit fünf Jahren Witwe und Mutter von zwei halbwüchsigen Kindern. Es ist fast unmöglich, sich nicht zu sorgen. Wie kann das denn gemeint sein?

Allein mit zwei Kindern – das ist sicherlich schwierig; Sie sind da voll gefordert. Was mag Jesus gemeint haben, wenn er davon spricht, dass wir uns nicht sorgen sollen? Jesus ist ein Mensch, der voll im Leben steht, der das Leben, die Sorgen der Menschen kennt wie kein Zweiter.

„Sorgt euch nicht ängstlich um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“ Jesus plädiert in der Bergpredigt (Mt 6,25–26) für eine Sorglosigkeit, die tief im Glauben begründet ist. Ihm geht es um eine Sorglosigkeit, die nicht bodenlos ist. Die Vögel leben, obwohl sie nicht arbeiten, und doch ist durch Gottes Schöpfung für sie gesorgt. Um wie viel mehr gilt dann Gottes Fürsorge den Menschen.

Es geht Jesus darum zu zeigen, dass Gottes Fürsorge größer ist als unsere Besorgnis um die Dinge des Lebens. Er führt uns vor Augen, dass das Leben, das uns ganz von Gott geschenkt wurde, wichtiger ist als unsere alltägliche menschliche  Sorge um das Leben. Und dass wir letztlich alles, was geschieht, vertrauensvoll in Gottes Hände legen dürfen. Zusammenfassend darf ich sagen: Es ist sehr wichtig für andere zu sorgen, sich für andere einzusetzen, es ist jedoch auch wichtig, „unsere Sorgen auf den Herrn zu werfen“ (vgl. 1 Petr 5,7). Er hinterfragt unser Tun mit den Worten: „Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine Zeitspanne verlängern?“ (Mt 6,27).

März 2019

Kommentare (1)

  • Kurt Engel
    Kurt Engel
    vor 2 Wochen
    Dem kann ich mur zustimmen. Mit meiner langen schweren Erkrankung habe ich folgende Erfahrungen gemacht: Betrachte ich sie aus menschlicher irdischer Sicht, dann will ich nur gesund werden, zumindest aber beschwerdefrei. Sehe ich sie als Teil meines Menschseins und gottgewollt an, dann stört sie mich überhaupt nicht.

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Pater Elmar Pitterle SVD

Magister der Theologie, war 25 Jahre als Missionar in Chile im Einsatz. Jetzt tätig als Pfarrer und seelsorglicher Begleiter. Mitarbeiter der ,,Gesprächsinsel“ Wien

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