Ratgeber - Theologischer Experte

Im Mai zum Beten treffen?

Woher kommen eigentlich die Maiandachten? Im Mai gibt es doch gar kein Marienfest, und trotzdem treffen sich genau in diesem Monat die Leute zum Beten...

Schon im Mittelalter gab es Maiandachten – allerdings ohne Bezug zu Maria. Später, in der Barockzeit, sind im deutschen Sprachraum Bittandachten im Monat Mai um gute Witterung bezeugt. Seit dem 19. Jahrhundert steht dann Maria im Mittelpunkt der Andacht – besonders in der privaten, häuslichen Frömmigkeit. Maria ist die Erste der Erlösten, sie steht also gewissermaßen im Frühling der erlösten Menschheit: Diese Verbindung mit dem Monat Mai hat wahrscheinlich für eine so große Verbreitung der Maiandachten gesorgt.

Viel älter freilich ist der „Rosenkranz“ (Gebet und Schnur). Ursprünglich war er wirklich ein aus Blumen geflochtener Kranz, mit dem Marien­statuen geschmückt wurden – bis die Marienminne des 13. Jahrhunderts die echten Rosen durch 50 Ave Maria ersetzte. Im 15. Jahrhundert wurde der Rosenkranz überaus volkstümlich. Papst Paul VI. hat ihn schön charakterisiert: „Dieses Gebet ist ernst und flehend im Vaterunser, poetisch und lobpreisend im Ave Maria, beschaulich in der aufmerksamen Betrachtung der Geheimnisse, anbetend in der Doxologie.“

Die Verwendung einer Perlenschnur zum Zählen von wiederholten Gebeten und Formeln ist in der Geschichte aller großen Religionen zu Hause. Wer das Rosenkranzgebet pflegt, stellt sich wahrlich in eine riesige Schar betender Menschen durch Jahrtausende hindurch und über alle Grenzen hinweg.

Mai 2018

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Magister der Theologie, war die letzten Jahre als Kaplan in Wien tätig, derzeit in der Bibelpastoral und als seelsorglicher Begleiter

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